Postoperative Iscador-Behandlung bei Mamma-Karzinom

Alexandre Leroi
Article-ID: DMS-11375-DE
DOI: https://doi.org/10.14271/DMS-11375-DE

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Zusammen]assung und Schlußbetrachtung Bei Radikaloperation und Nachbestrahlung des Mamma-Karzinoms (Stadium I und II) überleben nach 5 Jahren noch ca. 55 % der Patientinnen. Bei 10 % der bis dahin metastasenfreien Patientinnen treten Metastasen nach der „Fünf-Jahres- 4) „Richtlinien für die Anwendung der Iscador-Präparate". 5) Zu beziehen durch die Weleda AG., Arlesheim/Schweiz oder Weleda AG., SchwäbischGmünd/Deutschland. grenze" auf. Besonders gefährdet ist das Stadium I. Bei diesen Patientinnen tritt zwischen dem fünften und neunten Jahr nach der Operation die Metastasierung noch bei 24 % der Patientinnen ein [2]. Es schreitet trotz Operation und Nachbestrahlung die Erkrankung bei einer großen Anzahl der Patientinnen fort. Das Auftreten der Spätmetastasen kann als deutlicher Hinweis dafür aufgefaßt werden, daß eine Abwehr des Organismus gegen das wuchernde Zellwachstum besteht, die erst nach Jahren erlahmt. Die von Rudolf Steiner inaugurierte Behandlung des Krebses mit Viscum album richtet sich nicht nur gegen die Krebsgeschwulst; die Gestaltungskräfte des gefährdeten Organismus sollen aktiviert werden gegen das sich emanzipierende Zellprinzip. Von dieser Anschauung ausgehend, war zu erwarten, daß auch eine postoperativ durchgeführte Behandlung mit Viscum album (Iscador) sinnvoll wäre. a) In den Jahren von 1949 bis 1956 waren 80 Patientinnen mit Mamma-Karzinom post-operativ mit Iscador behandelt worden. Die Behandlungsergebnisse in Bezug auf Sterblichkeit und Metastasierung werden verglichen mit den von Radiumhemmet, Stockholm, publizierten Resultaten. Es zeigt sich, daß sowohl die Zahl der Todesfälle als auch die Zahl der aufgetretenen Metastasen bzw. Rezidive im ganzen niedriger bei den mit Iscador nachbehandelten als bei den nicht nachbehandelten Patientinnen ist (Graph. Übersicht I). Die Differenz ist am größten im ersten Jahr und wird dann von Jahr zu Jahr geringer (Graph. Übersicht II). Die Sterblichkeitskurve der nachbehandelten Patienten erreicht jeweils über 1 Jahr später die gleiche Höhe wie die der nicht nachbehandelten Patienten (Graph. Übersicht I). Für das Auftreten der Metastasen liegen die Verhältnisse ähnlich. Es ergibt sich daraus, daß die Behandlung mit Iscador das Fortschreiten der Erkrankung durchschnittlich um mehr als 1 Jahr hinausgeschoben hat. Betrachtet man die beiden behandelten Gruppen gesondert, so wird ersichtlich, daß die intensive Behandlung das Resultat noch wesentlich verbessert (Graph. Ubersicht III). 35 von den 80 Patientinnen waren postoperativ röntgenbestrahlt worden, 45 Patientinnen nicht. Die Verteilung der Todesfälle und das Auftreten von Metastasen bei beiden Gruppen zeigen kein besseres Ergebnis bei Nachbestrahlung (Tabelle 5). b) Anlaß der vorliegenden Arbeit war die Prüfung, welche Art der Nachbehandlung wirksamer ist: Injektionen 1—2x wöchentlich, Stärken 14—12, 9—7 (—5) oder Injektionen 2—3x wöchentlich, Stärken 6—3. Beide Behandlungsarten zeigen im Vergleich zu den nicht behandelten Patienten bessere Ergebnisse (Graph. Übersicht III). Die intensivere Behandlung erweist sich als wesentlich wirkungsvoller als die protrahierte. Auch das Auftreten von Metastasen und Rezidiven wird in gleicher Weise günstig beeinflußt (Tabelle 7). Da die Zahl der nachbehandelten Patienten klein ist, lag es nahe, die Resultate als Zufallsergebnisse zu werten. Um den Grad der Sicherheit festzustellen hat sich Herr Dr. G. Unger bereit erklärt, die statistischen Berechnungen durchzuführen, wofür ihm mein Dank ausgesprochen sei. „Die statistische Beurteilung des Materials muß nach Methoden geschehen, die der Kleinheit der Anzahl angemessen sind, denn diese bedingt große Unsicherheit der festgestellten Prozentsätze. Solche Methoden sind angegeben in: S. Koller „Graphische Tafeln zur Beurteilung statistischer Zahlen" (Darmstadt 1953, 3. erg. Auflage) und A. Linder „Statistische Methoden" (Basel 1951, 2. erw. Auflage). 1. Bei den Gruppen ohne Todesfälle ergibt die Betrachtung der sog. „Nullergebnisse" (Koller, S. 24) einen gesicherten Unterschied (d. h. nur noch zu 0,27 °/o Wahrscheinlichkeit als durch Zufall bedingt ansprechbar): _ , Zwischen Gruppe II, 1—2 Jahre (Tab. 6, S. 8 der vorliegenden Arbeit) mit 0 gestorbenen von 30 Pat. gegen 22 n/o. Während Gruppe I und II mit 0 von 80 Pat. gegen 7 °/n fast gesichert (0,03 %>) ist (Tab. 3, S. 5). 2. Der Vergleich der Gruppen mit Todesfällen ist nach der Methode der sog. V i e r f e 1 - der ta fei (Linder, S. 114/115) nur möglich, wenn kein Einzelwert unterhalb 5 liegt. Die Gruppe I und II, 2—3 Jahre (Tab. 3, S. 5) ergibt hier einen bedeutsamen, noch nicht gesicherten Unterschied gegen 33 % bei Radiumhemmet, (bedeutsam = höchstens 5 %> Zufallswahrscheinlichkeit). 3. Bei den übrigen Gruppen lehrt die Prüfung des Prozentsatzes (Koller, Tal ein 3. 4), daß die Zahl von 3 Todesfällen unter 67 Pat., Gruppe I und II, 1—2 Jahre (Tabelle 3, S. 5) gegen 22 °/o Radiumhemmet gesichert verschieden ist. Auch die Einzelgruppe II, 2—3 Jahre mit 1 Todesfall unter 21 Pat. (Tab. 6, S. 8) ist trotz der sehr kleinen Patientenzahl gegen 33 °/o Radiumhemmet gesichert, während die Einzelgruppe II, 3—4 Jahre mit 1 unter 14 Todesfällen mit 1 % Wahrscheinlichkeit statt 0,27 °/o noch bedeutsam ist. In der folgenden Zusammenstellung sind nach den üblichen sog. Vertrauensgrenzen (5 °/o, 1 %>, 0,27 °/o) Wahrscheinlichkeiten da angegeben, wo sie nicht überschritten werden. Es handelt sich um die Wahrscheinlichkeit, mit welcher bei Annahme von •unwirksamer Behandlung die in Tabelle 6 (S. 8) mitgeteilten Todesfälle rein durch Zufall auftreten könnten. Dabei heißt Wahrscheinlicheit 5 % schwach bedeutsam 1 (,/o stark bedeutsam, doch nicht gesichert 0,27 °/o gesichert."

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