Pflegerische Gesten bei Infektionserkrankungen

Rolf Heine, für die CARE II-Expertengruppe: Karin Michael, Georg Soldner, Markus Krüger, Eva Streit, Henrik Szőke, Madleen Winkler, Dagmar Brauer

Korrespondierender Autor: rolf.heine@medsektion-goetheanum.ch

Veröffentlicht am: 19.05.2024

Autoreninformation

Rolf Heine

Gesundheits- und Krankenpfleger, Experte für Anthroposophische Pflege

Seit 2000 Koordinator des Internationalen Forums für Anthroposophische Pflege (IFAN) an der Medizinischen Sektion, Goetheanum Dornach/CH.

Zusammenfassung

Der Blick auf Infektionserkrankungen ist in der postmodernen Medizin noch immer auf die Kontrolle oder die Ausmerzung von Krankheitserregern ausgerichtet. Demgegenüber steht eine Auffassung, welche den Aspekt der Sorge und Pflege für den Erkrankten in den Mittelpunkt stellt und Heilung auch von einer Regulation der Umweltbedingungen und der sozialen Beziehungen erwartet.

Die Zusammenführung dieser polaren Perspektiven ist Aufgabe einer Integrativen Medizin. Das Konzept der Pflegerischen Gesten (1) beschreibt die Wirksamkeit von Pflege in beiden Systemen.

„Die Krankheit muss weg“

Krankheiten sind fester Bestandteil des Lebens und kennzeichnen die Vulnerabilität der menschlichen Existenz. Krankheit verursacht meist Leiden, resultierend aus Schmerz, Unwohlsein, Funktionsverlusten, Erschöpfung, sozialer Isolation. Krankheit kann das Leben und die soziale Existenz bedrohen. All dies sind gute und hinreichende Gründe, um Leiden zu lindern und Krankheiten zu beseitigen. Der Aufwand, der in die Gesundheitsversorgung investiert wird, ist in diesem Sinn nicht nur gerechtfertigt, sondern er gibt Auskunft über die ethisch-moralische Verfasstheit einer Gesellschaft. So ist verständlich, dass die Abschaffung von Krankheit, zumindest ihre Bekämpfung oder die Kontrolle über sie, den Sprachgebrauch der Krankenbehandlung und mithin auch das Sinnen und Trachten von Patienten und Therapeuten prägen. Besonders naheliegend ist dieses Mindset bei den Infektions-erkrankungen, denn hier lässt sich ein Erreger, ein Aggressor identifizieren, dessen Abwehr, Überwindung oder Vernichtung ein verständliches und kaum widersprochenes Erklärungsmodell für die Erfolge der modernen und postmodernen Medizin geworden ist. Wenn das Immunsystem als Verteidigungswall gegen eindringende Mikroorganismen in Stellung gebracht wird, verlagert sich zwar der Schwerpunkt auf die körpereigenen Abwehrfähigkeiten, die Kriegsmetaphorik bleibt aber bestehen.

Kranksein darf sein

Krankheiten sind fester Bestandteil des Lebens und kennzeichnen die Vulnerabilität der menschlichen Existenz. Sie rufen zunächst, vermutlich bei den meisten Menschen, einen Impuls zur Hilfe, zur Entlastung oder zur Reintegration des Erkrankten und Leidenden in die Gemeinschaft auf. Der Kranke selbst wird diese Sorge als wesentlichen Schritt seiner Heilung empfinden oder, wenn es an dieser Sorge mangelt, dies als Behinderung seiner Heilung auffassen. Hilfe muss auch effizient, das heißt kompetent sein. Die schiere Not, die den Helfer anruft, vermittelt noch nicht das Wissen um das Heilmittel, weiß noch nichts von den Wegen, um Gesundheit wieder zu erlangen, kennt noch nicht die notwendende Tat. Es sind auch hier im Besonderen die Infektionserkrankungen, die den zur Hilfe An- und Aufgerufenen mit dem Erkrankten in Beziehung stellen. Selbst in einem vormodernen Mindset, welches Ansteckung nicht als mikrobielles Geschehen, sondern als Fluch, Schicksal, Strafe, mithin als seelisch-moralisches Geschehen deutete, war das Verhältnis des Helfenden zum Hilfsbedürftigen immer ein ambivalentes. Man erlebte, dass etwas, was im Kranken ist, auch auf den Helfenden übergreifen könnte. Ansteckung war immer eine reale Gefahr und Helfen war deshalb immer auch verbunden mit einer Angst, durch Nähe und Beziehung von der Krankheit erfasst zu werden. Erst die Überwindung dieser Angst qualifizierte den Helfer.

Jenseits der Bekämpfung von Mikroorganismen entsteht diese Form der Hilfe in der Herstellung von gesundenden Umgebungs- und Umweltbedingungen. Ordnung und Sauberkeit im Raum, die Regulation von Licht und Luft, die Versorgung mit bekömmlichen und nährenden Speisen, die Sorge für ruhigen Schlaf, das Beachten von Belastungsgrenzen, die Aufrichtung eines niedergedrückten Gemüts und vieles andere mehr, begründen ein positives Modell der Heilung (2). Dieses verzichtet auf die eingangs geschilderte Abwehr- und Kampfmetaphorik und errichtet statt der defektologischen Sichtweise Netzwerke der Integration und Inklusion.

Die beiden geschilderten Blickwinkel auf Krankheit und Kranksein begründen polare Wege des Heilens. Im ersten Fall ist die Abwesenheit von Erregern, Noxen, Gefährdungen der angestrebte Zustand. Heilung ist dann eben nur ein Wort für die Auslöschung der schädigenden Noxe oder die Wiederherstellung des Status Quo Ante. Das Rezidiv oder der Tod sind folglich immer auch ein Versagen gegenüber dem Versprechen, dass, würde man entsprechend gründlich und radikal den Krankheitserreger ausmerzen, Leiden und Tod geheilt werden können.

Aus der Perspektive der Sorge für den Erkrankten, ist es weit weniger von Bedeutung, ob es eine Heilung im Sinne eines Zustandes der Abwesenheit von pathologischen Befunden gibt, sondern ob das Leben mit der Erkrankung gelingt. Zu diesem Gelingen kann auch die Abwesenheit von Symptomen beitragen oder die Wiederherstellung des Status Quo Ante, eine Garantie ist dies aber nicht.

Die Zusammenführung der beiden skizzierten Perspektiven ist Aufgabe einer Integrativen Medizin. Traditionell lassen sie sich einer medizinischen Sichtweise, die auf Eliminierung der Krankheit ausgerichtet ist und einer sorgenden, pflegerischen Haltung, welche auf Entwicklungs- Integrations- und Inklusionsbedürfnisse antwortet, zuordnen.

Infektionserkrankungen bieten ein breites Spektrum mit kategorialen Unterscheidungen hinsichtlich des Ortes ihres Auftretens (lokal fokussierter Befall verschiedener Organe, generalisierte Infektion), der Zeit (z. B. akut auftretend, chronisch, intermittierend, progredient), dem Schweregrad (z. B. milde, ernste oder lebensbedrohlichen Verläufe) oder dem Erreger (Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen, Parasiten). Letztere sind durch ihre Kleinheit der unmittelbaren Beobachtung nicht zugänglich, auch wenn bestimmte beobachtbare Phänomene, zum Beispiel ein charakteristischer Hautausschlag für die Masern oder das intermittierende Fieber für die Malariainfektion typisch sind. Durch ihre Unsichtbarkeit bleiben Erreger in hohem Maße abstrakt und Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen können kaum aus dem unmittelbar Erlebten abgeleitet werden. Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Schutzmasken, Vermeidung von Körperkontakt oder die Händedesinfektion sind nicht allein deshalb schwer um- und durchsetzbar, weil sie Gewohnheitsänderungen einfordern, sondern weil die Kausalität einer Handlung und deren Folgen oft nicht dargestellt werden kann. So entsteht einerseits ein Gefühl der Sinnlosigkeit dem hygienischem Verhalten gegenüber. Andererseits können sinnvolle Hygienemaßnahmen, wenn sie von Angst getrieben sind, den Charakter von rituellen magischen Ersatzhandlungen annehmen.

Pflegerische Gesten

Abwehren

Wie in der Einleitung geschildert, ergibt sich aus der Identifikation eines Erregers, die Ratio für seine Kontrolle oder Vernichtung. Die Aufmerksamkeit ist unter diesem Blickwinkel auf den Mikroorganismus gerichtet. Er ist die Gefahr, an ihm setzt das Nachdenken, das Fühlen (Furcht, Angst vor der Bedrohung) und das Handeln (Antibiotikatherapie etc.) an. Der auf den Erreger gerichtete Aufmerksamkeitsfokus ist weit vom Erkrankten entfernt. Die Geste der Abwehr scheint unter diesem Bedrohungsszenario gerechtfertigt. In ihrer schönen und berechtigten Ausgestaltung will sie die seelische und leibliche Integrität des Patienten schützen. Die Geste des Abwehrens zeigt sich aber auch von ihrer problematischen Seite. Wie jeder Abwehrkampf kann sie zerstören, was sie zu schützen vorgibt. Die Isolationsszenarien der vergangenen Pandemie zeigen, dass die Kollateralschäden, um den oft verwendeten martialischen Ausdruck zu verwenden, vor allem für Kinder erheblich waren. Aber auch alte Menschen wurden durch Isolationsmaßnahmen geschädigt und manchem Angehörigen drängte sich der Eindruck auf, dass die Isolationsmaßnahmen zum fatalen Ausgang der Coronainfektion der Eltern beigetragen haben könnten.

Die Geste des Abwehrens und Schützens darf also nicht als blinder Reflex auf eine gefühlte Bedrohung ausgelebt werden, sondern muss immer so ausgerichtet sein, dass eine resonante Beziehung zwischen dem Erkrankten und seiner sozialen und natürlichen Umwelt möglich bleibt. Konkret bedeutet das, dass das Tragen von Schutzkleidung, Desinfektionsmaßnahmen oder die Umkehrisolation immer verhältnismäßig sein müssen. Zudem sollten die durch antimikrobielle Behandlung entstandenen Schäden am Mikrobiom durch entsprechend frische, ballastaststoffreiche und / oder fermentierte Ernährung ausgeglichen werden.

Schutzkleidung, vor allem Masken können in Sichtweite des Patienten angelegt werden, so dass das Antlitz zunächst wahrgenommen werden kann. Handschuhe sollten, je nach Vulnerabilität des Kranken, bei Pflegemaßnahmen wie der Körperpflege, Einreibungen oder der körperlichen Untersuchungen, wenn möglich vermieden werden. Das Tragen von Handschuhen bei der Berührung des Urogenitalbereichs oder im Kontakt mit Körpersekreten bleibt unbenommen. Auch bei der Berührung von Wunden und bei der Umkehrisolation ist das Tragen von Schutzhandschuhen oder Schutzkleidung erforderlich, denn die Körpergrenzen wurden geöffnet und das Außen wird teilweise zum Innen.

Ordnen – Raum schaffen

Die wohl häufigsten Infekte sind diejenigen der Atemwege. Über die Atmung teilen wir die Luft im Raum. Was der eine ausatmet, atmet der andere ein. Im katarrhalischen Anschwellen der Nasen- oder Rachenschleimhaut wird dieser Austausch gestört. Rhinitis, Sinusitis, Laryngitis schließen den Kontakt nach Außen ab. Niesen und Husten erfüllen den Raum mit Aerosolen.

Auch die Diarrhoe und das Erbrechen, als den häufigsten Symptomen einer Infektion des Magen-Darm-Traktes nimmt mit Flatulenz den Raum in Anspruch, der Rückzug auf die Toilette trägt die Signatur der Abwendung.

Die nässenden, pustulösen Effloreszenzen vieler viraler Infektionen, die rote Hitze eines Erysipels oder die schmierige Infektion einer Wunde, zeigen die Haut als betroffenes Organ mit der Anmutung der Unberührbarkeit. So werden Infektionserkrankungen mit der ihnen eigenen Übertragbarkeit zum Indikator für Nähe und Distanz.

Die in der Krankheit liegende seelische Rückzugsgeste bei gleichzeitiger in Röte, Geruch und Aerosolen porös werdenden leiblichen Grenzen rufen nach Gestaltung, nach Ordnung des Raumes, in dem sich der Erkrankte aufhält. Er braucht die Wärme, (Bett)-Ruhe, gedämpftes Licht – und dann für wenige Minuten, das offene Fenster, Licht, Aufrichte.

Besonders fieberhafte Infekte nehmen den Patienten sehr in Anspruch. Der Leib wird gleichsam „durchgekocht“. Die Ich-Organisation ist mit der Regulation der Körpertemperatur (dem Fieber) beschäftigt. Die Kraft, den Raum zu gestalten, aufzuräumen, Altes zu entfernen ist versiegt. Diese Kraft wird ersetzt durch das achtsame Verhältnis von Nähe und Distanz zwischen dem Kranken und den Pflegenden, wie auch durch Ordnung im Raum und in der Zeit.

Reinigen

Die oben beschriebenen typischen Exsudationen bei vielen Infektionserkranken und hierzu zählen auch die Polyurie und der oft stark riechende Urin bei Harnwegsinfekten, ebenso wie die Ausflüsse aller Art aus infizierten Urogenitalorganen. Gerüche und Sekrete wollen entfernt werden. Ihre Stase verschlimmert Geruch, Brennen, Überempfindlichkeit und ist oft behaftet mit der Gefahr der Sepsis. Spülungen, Sitzbäder, Dampfsitzbäder (6) mit und ohne Zusätze wohlduftender ätherische Öle unterstützen den Ausscheidungsprozess. Auch die Entfernung des Schweißes bei fieberhaften Zuständen, der Wechsel der Kleidung und der Bettwäsche folgen der Geste des Reinigens. Die gesteigerten Ausscheidungsprozesse im Besonderen in Verbindung mit Fieber werden von Patienten oft als Katharsis – als innere Reinigung erlebt. Altes wird ausgeschieden, damit Platz für ein Neues entsteht. Gerade bei Kinderkrankheiten, die meist infektiöser Natur sind, kann dieser Erneuerungsprozess, verbunden mit Wachstumsschüben und seelischen Reifungen beobachtet werden.

Entlasten

Der Infektion begegnen Körper und Seele mit nach innen gerichteter Arbeit. Anstelle der Auseinandersetzung mit den Gegenständen und Aufgaben der Außen-Welt, tritt die Arbeit des Leibes am Leib. Die Beschleunigung des Pulses oder die Erhöhung der Körpertemperatur mit einem entsprechenden Kalorienverbrauch sind Ausdruck dieser Verlegung des Aktivitätsschwerpunktes auf den Erhalt des eigenen Leibes. Damit diese Verlagerung der Kräfte gelingt, braucht es Entlastung von den Alltagsaktivitäten. Die Bettruhe ist hierfür ein sprechendes Beispiel, ebenso wie die Sedierung eines Patienten in einer Sepsis.

Das „Krank-sein-dürfen“ wird hier zu einem wichtigen Motiv der Krankenbehandlung, wenn diese nicht ausschließlich der okkulten (dunklen, unsichtbaren) mikrobiologischen Anschauungsweise folgt. Hier gibt die Geste des Entlastens den Raum frei für Umbau und Regeneration. Sie ist entscheidend für die Unterstützung des Heilungsprozesses.

Entlastung darf hier durchaus den Charakter einer „Wohlfühl-Therapie“ annehmen. Es tut gut, sich in der Krankheit verwöhnen zu lassen. Das Wohlgefühl trägt entscheidend dazu bei, Krankheit als möglichen und oft notwendigen Seinszustand zu begreifen, mit dem es sich wenigstens zu arrangieren gilt. Viele Erwachsene erinnern sich gerne an die Stunden und Tage der Kindheit, in der sie die besondere Zuwendung während einer Krankheit erleben durften. Wer diese Erfahrung machen durfte, verstehet unmittelbar den Wert des „Krank-seins“, jenseits der Frage, ob „Krank-heit“ einen Sinn hat oder nicht.

Hüllen, Wärmen

In den gesteigerten Ausscheidungsprozessen, den Hauteffloreszenzen oder im Fieber kommt die zentrifugale Krankheitstendenz der Infektionserkrankungen zum Ausdruck. Es braucht eine aktive Begrenzung des zu weltoffen gewordenen Leibes, ohne dass diese zum sterilen Abschluss führen darf. Der Kranke sucht eine angemessene Hülle, die physisch in der oft notwendigen Bettruhe, der Versorgung mit wärmender Kleidung oder Bettdecken einen schönen Ausdruck findet. Die „mütterliche“ oder „väterliche“ Sorge hüllt den Erkrankten in eine seelische Aufmerksamkeits- und Wärmehülle, die vielen solchermaßen gepflegten Erwachsenen als angenehme und stärkende Kindheitserinnerung geblieben ist. Der den oben erwähnten Ausscheidungsprozessen polare innere Prozess der Reifung und des Stoffaufbaus in der Rekonvaleszenz braucht den durch eine hüllende Pflege geschaffenen Raum, ein „Nest“. Hier kann in der Dunkelheit der Stoffwechselprozesse Regeneration und inneres Wachstum beginnen. Gerade die Erschöpfung nach langer zehrender Krankheit, beispielsweise einer Lungenentzündung braucht eine noch zu bestimmende Zeit der Erholung. Die alte Faustregel, dass die Rekonvaleszenz ebenso lange dauern sollte, wie das Fieber gedauert hatte, ist längst durch die Empfehlung, man solle noch einen Tag nach Abklingen der Symptome zuhause verbringen, abgelöst worden. Unabhängig davon, ob sich diese Empfehlungen verifizieren ließen, zeigen sie klare Blickwinkel im Umgang mit Infektionserkrankungen. Die alte Regel blickt auf Wachstums- und Aufbauprozesse, die ihre Zeit brauchen, die neue Regel hat entweder die Infektiosität und / oder die schnellstmögliche Reintegration in die Arbeitswelt im Sinn. Kinder werden entsprechend früh wieder in Kindertagestätten oder die Schule geschickt.

Nähren

Mit jedem Grad Fieber steigt der Grundumsatz des Körpers um etwa 1.000 kcal. Zugleich wird Nahrung von Patienten mit akuten Infektionen oft als Belastung erlebt. Die Kraft der Verdauung in den Stoffwechselorganen scheint im Infektionsgeschehen gebunden. Nicht nur bei Fieber können Bittermittel die Verdauungstätigkeit zurück in Magen und Darm lenken. Leicht verdauliche Nahrung wie reifes Obst, Kompott, Haferschleim, Zwieback, gedünstetes Gemüse, Gemüsebrühe und verdünnte Fruchtsäfte sind die traditionellen Nahrungsmittel bei akuten (fieberhaften) Infektionen. Die Geste des Nährens achtet vor allem auf die Verträglichkeit der in kleinen und kleinsten Portionen dargereichten Nahrung. Wichtig ist es, alte Nahrungsmittel wieder aus dem Krankenzimmer zu entfernen, wenn neue, frische gebracht werden.

Infektionen des Magen-Darm-Traktes einschließlich der Leber, Galle, des Pankreas bedürfen häufig besonderer Diäten bis hin zur Nahrungskarenz. Die Geste des Nährens sollte hier mit besonderer Innigkeit versucht werden. Zum Beispiel kann bei parenteraler Ernährung der Stoffaufbau durch das Erleben von Licht, Luft und seelisch–geistiger Nahrung, zum Beispiel Meditation, Gebet, Kunst, angeregt werden. Schon Achtung und Wertschätzung der infundierten Nährlösung gegenüber befreit diese davon, ein bloßes Substitut zu sein.

Anregen

Das Infektionsgeschehen ist geprägt durch eine Steigerung der Stoffwechselaktivität. Diese dient der Anverwandlung des Leibes oder nach Lesart des mikrobiellen Ansatzes der Stimulation körpereigener Abwehrkräfte. In beiden Sichtweisen ist die Entzündungsreaktion nicht die Krankheit selbst, sondern im Gegenteil Ausdruck einer aktiven Selbstheilungs-anstrengung. Diese mit Antiphlogistika oder Antipyretika zu unterdrücken, scheint zunächst als ein kontraproduktiver Ansatz. Erst wenn die Entzündungsreaktion eine Stärke erreicht, bei der sie den Leib nicht nur umbaut, sondern zerstört, wird sie selbst zur Gefahr. Auch die Begleitsymptome der Entzündung, Rötung und Überwärmung (Hyperämie), Schwellung (Ödembildung), Schmerz und Funktionseinschränkung des Organs fordern oftmals die therapeutisch-pflegerische Intervention.

Die Geste des Anregens oder der Unterstützung der Lebensprozesse kommt hier in vielfältigster Weise zur Anwendung. Anregung bedeutet zum Beispiel die Wärmereaktion bei einer Bronchitis oder Lungenentzündung nicht primär zu unterdrücken, sondern sie gegebenenfalls durch wärmende Anwendungen wie durch einen Senf-Brustwickel (7) oder eine Ingwer-Thorax-Auflage (8) zu verstärken und gleichzeitig nach außen abzuleiten. Auch Ölmischungen mit Thymian, Lavendel, Pfefferminze, Melisse und anderen unterstützen die zentrifugale Wärmeausbreitung im Infektionsgeschehen.

Lokal findet sich dieses Therapieprinzip beispielsweise bei der Behandlung eines Furunkels, der durch Wärme (Rotlicht, Senfpflaster, Eukalyptus-Paste) zur Reifung und zum Abfluss gebracht werden kann. Demgegenüber steht die Anregung der Formungsprozesse, die notwendig sind, wenn die Entzündungsreaktion zu stark auflösend und damit zerstörend auftritt. Dies ist z.B. in der Sepsis oder beim Erysipel der Fall. Hier braucht es eine Anregung der Formungsprozesse durch Kühlung, beim Erysipel z.B. durch Quarkumschläge (9).

Bei chronischen Infektionen / Entzündungen ist darüber hinaus auch die Anregung zur Umgestaltung des Lebensstils (Ernährung, Bewegung, Rhythmus, Reduktion des Medienkonsums) von Nöten, um der latenten Tendenz des seelischen und sozialen Rückzugs entgegenzuwirken.

Ausgleichen

In der Geste des Anregens wurde ein Gegensatz sichtbar. Anregung kann sich auf zentrifugale, nach außen strebende Wärmeprozesse beziehen, oder aber auf zentripetale, nach innen gerichtete Form- und Gestaltungskräfte. Beide Prozessrichtungen wechseln sich im Heilungsgeschehen ab. Immer wieder gilt es abzuwägen, welche Art der Anregung oder überhaupt, welche Geste gebraucht wird, um dem intrinsischen Heilungsgeschehen bestmöglich entgegenzukommen. Dieser Abwägungsvorgang entspricht einer eigenen Geste, dem Ausgleichen. Krankenpflege fordert höchste Flexibilität, um nicht nur auf die Stimmungsschwankungen des Erkrankten zu reagieren, sondern auch um die verordneten therapeutischen Interventionen immer wieder der Compliance des Kranken anzupassen. Der Widerwille gegen Medikamente, die Ignorierung von Bewegungs- Ruhe oder Diätempfehlungen sind nur einige Beispiele für die Notwendigkeit flexibler Anpassung der therapeutischen Ziele und Maßnahmen im Lebensalltag des Kranken.

Belasten – Zumuten

In der Pflege von Menschen mit Infektionserkrankungen taucht eine bestimmte Frage immer wieder auf: Ist Schonung oder Exposition angebracht? Wie oben schon angeführt, beansprucht der Entzündungsprozess erhebliche körperliche und seelische Kräfte, besonders in der akuten Phase. Hier ist Entlastung (s. o.) angebracht. In der Rekonvaleszenz braucht es den schrittweisen Kräfteaufbau durch gut dosierte Exposition und Mobilisation. Besonders alten Menschen fällt die Umwendung einer Phase des physiologischen Rückzugs in die aktive Begegnung mit der Welt oft nicht leicht. Hier wird die Mobilisation zur berechtigten, ja notwendigen Zumutung.

Besonders relevant wird die oben aufgeworfene Frage bei Langzeitschädigungen nach Infektionen oder Impfungen (Post-COVID, Post-Vaccine Syndrome, Chronic Fatigue Syndrom.) Der therapeutisch-pflegerische Reflex auf die unerklärliche Schwäche und Nicht-Belastbarkeit durch Training und Belastung zu reagieren, verkehrt sich oft in sein Gegenteil. Die Belastung führt zu weiterem Abbau. Ähnlich wie die Malaria in der Fieberbildung ins Leere läuft, ohne, dass die Infektion überwunden werden könnte, scheint hier die Anstrengung, das heißt der Ich-Impuls zur Bewegung und Tätigkeit, nicht zu einem Ergreifen des Leibes zu führen, sondern nur zu weiterem Abbau. Das heißt, die äußere Belastung muss quasi in einer Geste zunächst seelisch-geistig genommen, gleichsam homöopathisiert werden. Praktisch realisiert sich die Geste, indem eine Aufgabe, am besten eine, für die der Patient selbst motiviert ist, vorgeschlagen wird. Die Aufgabe sollte zunächst unterhalb des möglichen Leistungsniveaus liegen und dadurch mit Erfolg zu meistern sein. Dieser Erfolg braucht Erholung, bevor ein nächster Schritt getan werden kann. Geduld bei konstanter Aufmerksamkeit auf das Mühen des Patienten wird hier, gleichsam als Umkehrung des Patientenwillens (des Leidenden, des Duldenden), zur Kardinaltugend und Schulung für denjenigen, der die Übung veranlasst.

Bestätigen

Jede Infektionserkrankung hat eine spezifische Zeitgestalt. Eine Erkältung dauert mit Behandlung eine Woche, ohne Behandlung sieben Tage! Diese Binsenweisheit ist weniger ein Argument gegen die Behandlung von Erkrankungen als vielmehr Ausdruck der Zeitgestalt einer Krankheit, die nicht ohne Folgen für die langfristige Gesundheit gestört oder zerstört werden sollte.

Der Leidende sieht diese Zeitgestalt meist nicht. Schmerz oder Funktionsverlust binden seine Aufmerksamkeit in der Gegenwart. Im Schmerz scheint die Gegenwart ewig. Das Wissen um die Krankheit als Prozess mit allen ihren Unannehmlichkeiten und Gefahren, aber auch das Wissen um die Erfrischung und Erneuerung nach durchgemachter Krankheit, verleihen dem Begleiter des Kranken die Kraft des Trostes, der Bestätigung und der Hoffnung. Der Glaube an die Möglichkeit der Heilung, an die mögliche Sinnfindung in der Krankheit und an die Möglichkeit der Verwandlung durch das Krank-sein, schaffen eine positive, aufbauende Atmosphäre im Umfeld, welche die Tragik der Krankheit nicht verdrängt, sie aber lichtvoll im Gleichgewicht hält.

Erwecken

Betrachten wir beispielhaft die typische Zeitgestalt einer Lungenentzündung: Zumeist findet sich im Vorfeld eine Phase der anhaltenden körperlichen, oft auch der seelischen Be- und Überlastung. Der typische Krankheitsbeginn einer Lobärpneumonie mit rasch ansteigendem Fieber (Schüttelfrost) steigert die vorbestehende Wachheit auf das Äußerste. Husten, Atemnot, Tachykardie, Schwäche, Kreislauflabilität zwingen zur Ruhe, die bald in einen somnolenten Dauerzustand mit hohem Fieberniveau übergeht. Dieser Zustand kann mehrere Tage anhalten und wird nur durch kurze Phasen der Wachheit unterbrochen. Fieberabfälle, besonders in der Nacht, verbunden mit Schweißausbrüchen sind ebenso charakteristisch wie heftige Träume. Die Fieberabfälle werden oft als Befreiung erlebt. Ein noch trügerisches Gefühl neuer Gesundheit eröffnet die Aussicht auf die Genesung. Die jetzt gefühlte Schwäche erzwingt oder lädt ein zur Gelassenheit. Seltener sind kritische Fieberabfälle, verbunden mit starker Kreislaufbelastung bis hin zum Kollaps, als einer pathologischen Form der „Gelassenheit“.

Verläufe dieser Art werden im Zeitalter der Antibiotika-Therapie und Antipyrese kaum noch beobachtet. Deshalb ist das Wissen um die medizinische und pflegerische Begleitung in einem solchen Krankheitsprozess nahezu verloren gegangen. Dies soll nicht beklagt werden, solange wirksame antibiotische Therapien zur Verfügung stehen. Trotzdem könnte die der Lobärpneumonie innewohnende Zeitgestalt Anlass geben, die leiblichen und seelisch-geistigen Wirkungen der Krankheit in Ihrer Bedeutung für die Biografie zu bedenken und sie auch für die Behandlung nach dem mikroorganismischen Paradigma zu erschließen.

Die antibiotische Therapie wird meist erst nach dem ersten dramatischen Fieberanstieg angesetzt, oft in Kombination mit Antipyretika. Das Fieber sinkt dann rasch auf subfebrile, nicht selten auf Temperaturen unter dem gewöhnlichen Niveau. Atemnot, Husten, Schwäche bleiben bestehen und werden oft als besonders belastend erlebt. Die Symptomatik ebbt über Tage hin langsam ab, der Übergang zwischen „krank“ und „gesund“ ist verwischt.

Soll der therapeutisch induzierte Kälteprozess kompensiert werden, so könnte man begleitend zur Antibiotikatherapie eine Therapie mit Ingwer-Nierenwickeln (8) beginnen. Diese führen zu einer inneren Erwärmung, ohne die Körpertemperatur zu erhöhen. Sie können tagtraumartige Bilder anregen, die den typischen Verlauf der nicht-antibiotisch behandelten Pneumonie ähnlich sind. Innere Lösung, Gelassenheit kann so vermittelt und auch im Gespräch thematisiert werden. Die pflegerische Geste, die diesen Prozess der Bewusstwerdung für die seelisch-geistigen Korrelate einer Erkrankung fördert, ist die Geste des Erweckens. Je mehr eine Therapie Krankheitsprozesse abnimmt, desto tiefer sollte das Verständnis für die im Krankheitsprozess wirkenden Kräfte und Aufgaben thematisiert werden. Aufwachen muss jeder für sich selbst. Als Pflegende sollten wir diesen Prozess bei unseren Patienten nicht verschlafen.

Aufrichten

Die Infektionskrankheit stellt den Menschen, abhängig von Art, Schwere und Verlauf vor leibliche, seelische und geistige Herausforderungen. Der Erkrankte ist konfrontiert mit einer Fülle von fremd dem Körper und der Seele entgegenstehenden Symptomen wie Schmerz, Atemnot, Fieber. Dies findet in der Empfindung Ausdruck „die Krankheit kommt über mich“. Es ist das Bestreben des Erkrankten, sich von diesem „Befall“ zu befreien. Dieser Akt der Befreiung kann Heilung sein. Der Geheilte hat die Krankheit wieder aus sich herausgesetzt. Er ist wieder sich selbst. Er hat aus der Abhängigkeit von Behandlung und Pflege die Selbstständigkeit wiedererlangt. Er hat sich wieder aufgerichtet. Dieser wiedererlangte Standpunkt ist mehr als der Status Quo Ante. Zwischen vor der Erkrankung und nach der Erkrankung liegt ein Wandlungsprozess. Er wurde hier in zwölf Schritten beschrieben. Schritte, die aus der Perspektive des Pflegens beschrieben wurden. Pflege hat den Heilungsprozess begleitet in

  • der Geste des Abwehrens, als dem Schutz vor Ansteckung,
  • der Geste des Ordnens und Raum Schaffens, als der Gestaltung der räumlichen und zeitlichen Umgebung des Kranken, sowie dem Verhältnis von Nähe und Distanz zu den Menschen im Umkreis,
  • der Geste des Reinigens, als der Entfernung der im Infektionsgeschehen entstehenden Ausscheidungsprodukte,
  • der Geste des Entlastens, als der Ermöglichung des Krankseins und der Freisetzung von Überwindungskräften wie zum Beispiel dem Fieber,
  • der Geste des Nährens, als Kräftigung und Aufbau von Leibessubstanz nach einer Phase des Abbaus,
  • der Geste des Anregens als der Unterstützung von Lebensprozessen besonders mit Hilfe von Äußeren Anwendungen,
  • der Geste des Ausgleichens zwischen Belastung und Entlastung oder zwischen Ruhe und Bewegung,
  • der Geste des Belastens im Besonderen in der Rekonvaleszenz, wenn die Kräfte wieder an der Exposition mit der Außenwelt gebildet werden müssen,
  • der Geste des Bestätigens-Tröstens-Hoffens als die kraftspendende Aussicht auf Befreiung und Heilung,
  • die Geste des Erweckens als dem Hinweis auf die verwandelnde Kraft der Infektionserkrankung und
  • die Geste des Aufrichtens als der Stärkung des Ichs.

Das Wandlungsgeschehen kann zu neuen Fähigkeiten führen. Das Ich entwickelt sich an der Auseinandersetzung mit der Welt, auch der Welt der Mikroorganismen, deren Bedeutung wir für die Ökologie des Leibes und der Umwelt langsam verstehen lernen (10). Nicht Kampf, Abwehr, Ausrottung sind die Zukunft der Medizin, sondern Sorge, Verständigung und Kooperation.

Literaturverzeichnis

  1. Das Konzept der Pflegerische Gesten geht davon aus, dass allen pflegerischen Handlungen eine innere Haltung zugrunde liegt, die sich darin äußert, wie eine (pflegerische) Tätigkeit durchgeführt wird. In dieser Qualität liegt die eigentliche Wirksamkeit der Pflege. Das Konzept wird ausführlich dargestellt in Rolf Heine; Anthroposophische Pflegepraxis; S. 199-278; Das Konzept der pflegerischen Gesten als Handlungsmodell für die Pflege; Berlin 2017 Salumed Verlag.
  2. vgl. Florence Nightingale; Notes on Nursing – What it is and what it is not. (Deutsch: Bemerkungen zur Krankenpflege. Mabuse Verlag; 2011) Florence Nightingale (1820-1910) veröffentlichte, gerade aus dem Krim-Krieg heimgekehrt dieses Buch. Es war ihr gelungen, in den Lazaretten der britischen Armee die Sterblichkeit der Soldaten durch pflegerische Maßnahmen drastisch zu senken. Sie orientierte sich dabei an den Prinzipien der hippokratischen Diätetik: Sorge für Licht und Luft, Essen und Trinken, Ausscheidungen, Bewegung und Ruhe, Wachen und Schlafen und Anregung des Gemüts. Ihr Wirken ist ein Beleg dafür, dass hygienische Maßnahmen auch ohne mikrobiologisches Paradigma begründbar und effizient einsetzbar sind.
  3. Heine R. Pflegerische Gesten in Pflege, Therapie und Pädagogik des kleinen Kindes. Anthromedics – Fachportal für Anthroposophische Medizin. Verfügbar unter https://www.anthromedics.org/PRA-0615-DE (05.09.2018).
  4. Riehm C, Kaschdailewitsch E. Pflegegesten in der anthroposophischen Pflege von Krebskranken. Der Merkurstab 2017;70(5):406-415. DOI: https://doi.org/10.14271/DMS-20849-DE.
  5. Riehm C. Die zwölf pflegerischen Gesten der anthroposophischen Pflege – Fallbericht eines Palliativpatienten. Der Merkurstab 2022;75(3):166-175. DOI: https://doi.org/10.14271/DMS-21501-DE.
  6. Vgl. Vademecum Äußere Anwendungen in der Anthroposophischen Pflege. Verfügbar unter https://www.pflege-vademecum.de/kamillen-dampfsitzbad.php (abgerufen am 12.04.2024).
  7. Vgl. Vademecum Äußere Anwendungen in der Anthroposophischen Pflege. Verfügbar unter https://www.pflege-vademecum.de/dyn/bin/1036-1628-1-de_durchf__hrungsanleitung_senf-thoraxwickel.pdf (abgerufen am 12.04.2024).
  8. Vgl. Vademecum Äußere Anwendungen in der Anthroposophischen Pflege. Verfügbar unter flegevademecum: https://www.pflege-vademecum.de/dyn/bin/1036-2251-1-de_durchf__hrungsanleitung_ingwer-nierenwickel.pdf (abgerufen am 12.04.2024).
  9. Vgl. Vademecum Äußere Anwendungen in der Anthroposophischen Pflege. Verfügbar unter https://www.pflege-vademecum.de/quark.php?highlight_words=quark (abgerufen am 12.04.2024).
  10. Hardtmuth T. Mikrobiom und Mensch. Berlin: Salumed Verlag; 2024.

Neues aus der Forschung

Fallserie: Topische Anwendung von Viscum Album-Extrakt bei Keratinozyten-Karzinomen zeigt Remissionen 
In einer retrospektiven Fallserie wurden die Sicherheit und klinischen Auswirkungen einer topischen Anwendung von 10%igem lipophilen Viscum Album-Extrakt (VALE) bei einzelnen Fällen von kutanem Plattenepithelkarzinom (kPEK), Basalzellkarzinom (BCC) und aktinischer Keratose untersucht. Die Studienpopulation bestand aus 55 Patienten mit 74 Hautläsionen. Risikofaktoren, Begleittherapien und -erkrankungen, unerwünschte Nebenwirkungen des VALE sowie weitere relevante Informationen wurden dokumentiert. Im Ergebnis betrug die klinische Ansprechrate 78% für kPEK, 70% für BCC und 71% für AK. Die Komplettremissionsraten lagen für einzelne Läsionen bei 56% für kPEK, 35% für BCC und 15% für AK. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass VALE ein sicheres und verträgliches Extrakt ist, bei dessen Anwendung vollständige und partielle Remissionen der Keratinozytenkarzinome beobachtet werden konnten. Der Artikel ist in Complementary Medicine Research veröffentlicht: 
https://doi.org/10.1159/000537979.

 

Weiterführende Informationen zur Anthroposophischen Medizin