Angst I Palliativmedizin I Pflege und Äußere Anwendungen

Die pflegetherapeutischen Maßnahmen haben einen hohen Stellenwert in der Therapie der Angst durch die menschliche Nähe des Therapeuten, durch die Qualität der Berührung und die eingesetzten Substanzen. Ihre Wirksamkeit wird schnell und unmittelbar vom Patienten erlebt und kann zu einer relevanten Verbesserung der Angstsymptomatik und damit der Lebensqualität des Patienten führen.

Angst mit Anspannung, seelischer Verkrampfung

Rhythmische Fußeinreibung

mit Solum Öl WALA oder Cuprum metallicum praeparatum 0,4 % Salbe WELEDA oder Kupfer Salbe rot WALA .

Angst mit innerer Anspannung geht oftmals mit kalten Händen und Füßen einher. Kupfer wirkt hier entkrampfend, beruhigend und durchwärmend.
Die Rhythmische Fußeinreibung nach Wegman/ Hauschka kann nur in Seminaren unter Anleitung erlernt werden. Doch bereits eine einfache sanfte Einreibung der Füße mit etwas Solum Öl oder Kupfersalbe kann eine Hilfe darstellen.

Handeinreibung

mit Aurum/Lavandula comp. Salbe WELEDA.

Bei der Anwendung von Aurum/Lavandula werden die Patienten ruhig und schlafen oftmals bei der Anwendung ein. Diese Einreibung hat sich bei plötzlichen Angstattacken – vor allem auch nachts – und auch bei sterbenden Patienten, die gerne an den Händen berührt werden möchten, bewährt. Bei dieser Einreibung kommt es zu einer intensiven Begegnung mit dem Patienten; sie sollte sehr behutsam durchgeführt werden.

Rhythmische Rückeneinreibung

mit Solum Öl WALA.

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/rueckeneinreibung_solumoel.php

Lavendelfußbad

mit Lavandula, Oleum aethereum 10 % Badezusatz WALA.

Lavendel wirkt durchwärmend, entspannend, beruhigend, schlaffördernd, krampflösend und belebend. Das Fußbad kann bevorzugt vor dem Schlafengehen angewendet werden. Dazu wird eine Waschschüssel mit für den Patienten angenehm warm temperiertem Wasser gefüllt und mit einem Lavendelbadezusatz versehen. Die Füße werden für etwa 10 Min. in das Bad gestellt (je nach Wohlbefinden des Patienten), getrocknet und in ein trockenes Handtuch gehüllt. Die Füße können nach dem Fußbad auch mit einem Öl eingerieben werden.

Klingende Waschung

Durchführung

Leichte Oberkörperhochlagerung, nacheinander einzeln die Hände und die Füße in die Waschschüssel mit warmem Wasser (ggf. Zusatz von Lavendelbademilch und in lemniskatischen Bewegungen durchmischen) tauchen, dann rhythmisch mit Wasser beschöpfen, anschließend gut abtrocknen und mit einem Handtuch oder der Decke einhüllen.

Die klingende Waschung kann anstelle der Grundpflege mit und ohne Waschlappen durchgeführt werden (die Intimpflege wird extra durchgeführt). Das Gesicht kann miteinbezogen werden und dient dann als Ausgangspunkt für die Waschung.

Angst mit depressiver Stimmungslage und Mutlosigkeit

Morgendliches Fußbad

mit Rosmarinus, Oleum aethereum 10 % Badezusatz WALA oder Rosmarin Aktivierungsbad WELEDA.

Das morgendliche Fußbad mit Rosmarin-Zusatz hat eine anregende, erfrischende Wirksamkeit und verstärkt die morgendliche Verbindung der Ich- und Empfindungsorganisation mit dem Körper.

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/rosmarin_bad.php

Herzsalbenauflage

mit Aurum/Lavandula comp. Salbe WELEDA bzw. Aurum comp., Unguentum WALA: täglich zur Nacht auf die Herzregion auflegen.

Durchführung:

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/aurum_lavandula_salbe.php

Ableitende rhythmische Waden- und Fußeinreibung

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/rhythmische_fusseinreibung_lavendeloel.php

Schafgarben-Leber-Wickel

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/schafgarben_leberwickel.php      

Angst mit Atemnot

Handeinreibung

mit Aurum/Lavandula comp. Salbe WELEDA oder Kupfer Salbe rot WALA.

Kupfer wird bei sehr angespannten, oft „verkrampften“ Patienten mit kalten Händen angewandt. Es wirkt beruhigend, durchwärmend, lösend und entkrampfend.

Bei der Anwendung von Aurum/Lavandula werden die Patienten ruhig und schlafen oftmals bereits bei der Anwendung ein. Diese Einreibung hat sich bei plötzlichen Angstattacken – vor allem nachts – und auch bei sterbenden Patienten, die gerne an den Händen berührt werden möchten, bewährt. Bei dieser Einreibung kommt es zu einer intensiven Begegnung mit dem Patienten; sie sollte sehr behutsam durchgeführt werden.

Für die Handeinreibung setzt sich die Pflegende an das Bett des Patienten, nimmt die Hand des Patienten in die eigenen Hände und führt die Einreibung in gegenläufigen Kreisen langsam und atmend durch. Danach werden die Finger eingerieben. Diese Einreibung muss im Rahmen eines Kurses für Rhythmische Einreibungen erlernt werden.

Organeinreibung Lunge

mit Plantago Bronchialbalsam WALA (bei pneumoniebedingter Dyspnoe), Lavandula, Oleum aethereum 10 % WALA (bei Unruhe, Hustenreiz), Thymus, Oleum aethereum 5 % WALA bzw. Eucalyptus, Oleum aethereum 10 % WALA (zur Schleimlösung).

Diese Anwendung braucht die professionelle Durchführung. Es kommt zur Vertiefung der Atmung, Lösung bei Bronchospastik mit dem Gefühl der Weite in der Atmung.

Wadeneinreibung

mit Lavandula, Oleum aethereum 10 % WALA oder Cuprum metallicum praeparatum 0,4 % Salbe WELEDA oder Kupfer Salbe rot WALA.

Die Wadeneinreibung zieht die bei Dyspnoe ängstliche und unruhige Empfindungsorganisation in die Gliedmaßen. Lavendel beruhigt, Kupfer hat eine durchwärmende und anspannungslösende Wirkung.

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/rhythmische_fusseinreibung_lavendeloel.php

Ölwickel

  • mit Lavandula, Oleum aethereum 10 % WALA oder
  • mit Thymus, Oleum aethereum 5 % WALA.

Der Ölwickel wirkt durchwärmend, entspannend, beruhigend, schlaffördernd, krampflösend, belebend. Thorakal appliziert kann er einen quälenden Hustenreiz positiv beeinflussen.

Thymian regt die Wärmeorganisation an und wirkt bei entzündlichen Atemwegserkrankungen schleim- und krampflösend (Bronchospastik). Seine Anwendung erfolgt bei Dyspnoe aufgrund von Infekten der Atemwege.

Durchführung

  • Ein Baumwolltuch mit ätherischem Öl beträufeln (Sternenhimmel) und in einen Plastikbeutel legen.
  • Das Wärmetuch und den Plastikbeutel mit dem Öltuch zwischen 2 Wärmflaschen (ca. 70 °C) legen.
  • Mit dem Außentuch umwickeln und ca. 10 Min. durchwärmen lassen.
  • Das Baumwolltuch wieder aus dem Plastikbeutel nehmen und auf den Brustkorb des Patienten legen, darüber kommt das Wärmetuch
  • Anschließend den Brustkorb mit dem Wickeltuch umhüllen – alternativ kann auch einfach ein T-Shirt oder Nachtwäsche zum Fixieren benutzt werden.
  • Der Ölwickel sollte mindestens 20 Min. wirken können.

Diese Anwendung ist aber auch gut geeignet, um länger aufgelegt zu bleiben (z. B. über Nacht), da der Wickel nicht auskühlt.
Es ist wichtig, auf warme Füße zu achten. Falls diese vor Beginn der Anwendung mit einer Wärmflasche gewärmt werden, kann der Ölwickel zum Temperieren auch dort hingelegt werden. Während der Anwendung sollen sich keine weiteren Wärmequellen, wie Wärmflaschen, am Körper befinden.

Nackenölwickel

mit Aconit Schmerzöl WALA.

Der Wickel kann auch in Akutsituationen schnell vorbereitet und angelegt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Patient dabei auch sitzen kann und nicht gelagert werden muss. Der Wickel sollte mindestens 20 Min. aufgelegt bleiben, kann aber auch verbleiben, solange es der Patient wünscht, da er nicht kalt wird.

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/aconitoel-_schulter_nackenwickel.php

Angst vor dem "Verlust der Mitte"

Rhythmische Ganzkörpereinreibung

mit Solum Öl WALA

Solum enthält neben Moorextrakt, Equisetum und Rosskastanie das Lavendelöl. Es kann bei Patienten angewandt werden, die „Hülle“ und Wärme brauchen, um sich selbst besser zentrieren zu können.

Klingende Waschung

Die klingende Waschung kann neben dieser Indikation auch bei Unruhe, Schwäche der Lebensorganisation und in der Begleitung des sterbenden Patienten eingesetzt werden.

Durchführung

Leichte Oberkörperhochlagerung, nacheinander einzeln die Hände und die Füße in die Waschschüssel mit warmem Wasser (ggf. Zusatz von Lavendelbademilch und in lemniskatischen Bewegungen durchmischen) tauchen, dann rhythmisch mit Wasser beschöpfen, anschließend gut abtrocknen und mit einem Handtuch oder der Decke einhüllen.

Die klingende Waschung kann anstelle der Grundpflege mit und ohne Waschlappen durchgeführt werden (die Intimpflege wird extra durchgeführt). Das Gesicht kann miteinbezogen werden und dient dann als Ausgangspunkt für die Waschung.

Herzsalbenauflage

mit Aurum/Lavandula comp. Salbe WELEDA: Salbenlappen dünn bestreichen und tgl. zur Nacht in der Herzregion auflegen.

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/aurum-lavandula-herzauflage.php )

Rhythmische Handeinreibung

mit Cuprum metallicum praeparatum 0,4 % Salbe WELEDA oder Kupfer Salbe rot WALA.

Kupfer wird bei sehr angespannten, oft „verkrampften“ Patienten mit kalten Händen angewandt. Es wirkt beruhigend, durchwärmend, lösend und entkrampfend.
Für die Handeinreibung setzt sich die Pflegende an das Bett des Patienten, nimmt die Hand des Patienten in die eigenen Hände und führt die Einreibung in gegenläufigen Kreisen langsam und atmend durch. Danach werden die Finger eingerieben. Diese Einreibung muss im Rahmen eines Kurses für Rhythmische Einreibungen erlernt werden.

Kupfer wirkt hier entkrampfend, beruhigend und durchwärmend.

Rhythmische Pentagrammeinreibung

Angst mit seelischer Unruhe

Herzsalbenauflage

mit Aurum/Lavandula comp. Salbe WELEDA: Salbenlappen dünn bestreichen und tgl. zur Nacht in der Herzregion auflegen.

Durchführung

siehe: http://www.pflege-vademecum.de/aurum-lavandula-herzauflage.php )

Das Gold verbindet die Qualitäten von Licht und Schwere und harmonisiert das seelisch-geistige Erleben.

Lavendel wirkt harmonisierend und entspannend und führt zu einer sanften Durchwärmung. Der Duft hat eine beruhigende und die Atmung entlastende Wirksamkeit. Die entspannende Wirkung – auch bei Angst vor dem Einschlafen und vor der Nacht – tritt unmittelbar nach dem Auflegen des Salbenlappens ein. Die Stimmung des Patienten wird heller, sie fühlen sich ruhiger und zentrierter. Diese Anwendung ist auch prophylaktisch wirksam vor angstauslösenden Situationen (z. B. Operationen, Interventionen und belastende Untersuchungen, Strahlentherapie, Chemotherapie).

Fuß- bzw. Wadeneinreibung

mit Arnika-Hypericum Massage-Öl LICHTERDE.

Die Angst wird oftmals als „aufsteigend“ und bis in den Hals gehend empfunden. Die „hektischen Flecken“ als flächige Rötung im Bereich der oberen Thoraxapertur, Hals und Gesicht sind der sichtbare Ausdruck des inneren Erlebens. Durch die Fuß- und Wadeneinreibung kann die Empfindungsorganisation aus dieser Dynamik wiederum in die Gliedmaßen zurückgeführt werden. Dadurch bessert sich die Angst, der Patient erlebt eine seelische Befreiung und kann dem Angsterleben zentrierter gegenüberstehen.

Durchführung

Die Fuß- bzw. Wadeneinreibung erfolgt als ableitende Therapie bei unruhevoller Angst. Durch sie kann die den Thoraxraum einengende seelische Anspannung und Unruhe in das Stoffwechsel- und Gliedmaßensystem geführt werden. Die Wadeneinreibung wirkt regulierend auf den Atemrhythmus.

Pucken

Es wird rechts und links etwa vom Beckenkamm beginnend der Hosennaht entlang nach unten von beiden Seiten gleichzeitig „gebunden und gelöst“. Der Patient muss sich dazu nicht entkleiden. Es wird sehr langsam gearbeitet und das Lösen betont. Der Mensch spürt seine Grenze und fühlt sich dadurch gehalten und geborgen. Die beruhigende Wirkung tritt sehr schnell ein. Das Pucken ist leicht durchzuführen und es werden keine Materialien wie z. B. Öl oder Lagerungshilfen benötigt

1 Batschko EM. Einführung in die Rhythmischen Einreibungen. 2. Aufl. Stuttgart: Verlag Johannes M. Mayer; 2011.

2 Fingado M. Rhythmische Einreibungen. Handbuch aus der Ita Wegman Klinik. 3. Aufl. Dornach: Verlag am Goetheanum; 2012.

3 Heine R (Hg). Anthroposophische Pflegepraxis. Grundlagen und Anregungen für alltägliches Handeln. Berlin: Salumed Verlag; 2017.

4 Kolbe-Alberdi Vallejo C, Lange B. Die pflegerische Patientenbegleitung im Umkreis des Sterbens. Der Merkurstab 2015;68(4):272-274.

5 Riehm C, Kaschdailewitsch E. Pflegegesten in der anthroposophischen Pflege von Krebskranken. Der Merkurstab 2017;70(5):405-415.

6 von Dach C, Heine R, Heiligtag HR. Anthroposophische Pflege von Krebskranken. Der Merkurstab 2009;62(4):330-343.