Ich habe eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)

Eine Information für Patienten

Nasennebenhöhlen sind Hohlräume im Knochen rechts und links von der Nase sowie im Stirnbereich.

  • Sie haben eine Entzündung der Nebenhöhlen, wenn Sie eine Erkältung – Tropfen oder Verstopfung der Nase –, Schmerzen oder Druckgefühl im Gesicht oder Geruchsverlust haben.
  • Kauen und sich vorzubeugen oder zu bücken verschlimmert die Schmerzen.
  • Die meisten Nebenhöhlenentzündungen heilen innerhalb von 1 – 3 Wochen aus.
  • Lokale Behandlung, wie z. B. Nasenspülung, externe Behandlung, wie z. B. Meerrettich-Nasennebenhöhlenkompresse und Komplementärmedizin können Beschwerden vermindern. Antibiotika haben in der Regel keinen Einfluss auf die Beschwerden oder die Zeit bis zur Genesung.

Was ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen?

Nasennebenhöhlen befinden sich in den Knochen rechts und links der Nase und in der Stirn.

Die Oberseite der Nasenhöhlen grenzt an die Augenhöhle. Unter den Nasenhöhlen beginnen die Wurzeln der Zähne. Alle Nasennebenhöhlen haben eine kleine Öffnung zur Nasenhöhle und sind mit Schleimhaut bekleidet.

Bei Erkältungen entzünden sich oft die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen. Stress, trockene Schleimhäute – z. B. in Smoggebieten, wenn Sie nicht ausreichend trinken –, kalte Luft durch z. B. Klimaanlagen sind Risikofaktoren für eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Sie haben eine Entzündung der Nebenhöhlen, wenn Sie eine Erkältung (Tropfen oder Verstopfung der Nase), Schmerzen oder Druckgefühl im Gesicht oder Geruchsverlust haben.

Was sind die Symptome einer Entzündung der Nebenhöhlen?

Eine Sinusitis beginnt meist mit Tropfen oder Verstopfung der Nase, Niesen, einem grippalen Infekt.  Das Nasensekret kann wässrig, gelb oder grün sein, manchmal Spuren von Blut enthalten. Es läuft im Rachen herunter und kann manchmal Husten verursachen, z. B. während der Nacht.

Eine Erkältung mit mehr Beschwerden wird als Rhinosinusitis oder Nasennebenhöhlenentzündung bezeichnet.

Beschwerden sind:

  • Schmerzen oder Druckgefühl im Oberkiefer, im Gesicht oder hinter der Stirn. 
  • Einschränkung der Riechfähigkeit.
  • Die Wurzeln der oberen Zähne und der Mahlzähne können schmerzhaft sein.
  • Kauen und sich vorzubeugen oder zu bücken verursacht oder verschlimmert Schmerzen.
  • Die Entzündung ist meist einseitig – links oder rechts –, manchmal mit geschwollener Wange.
  • Sie haben vielleicht Fieber. 
  • Sie können eine deutliche Verschlechterung Ihres Allgemeinzustandes empfinden. 

Wie entsteht eine Entzündung der Nasennebenhöhlen?

Die Entzündung der Nebenhöhlen ist eine Reaktion Ihres Organismus, die meist durch eine Virusinfektion, manchmal durch Bakterien ausgelöst wird. Ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Wärme, Flüssigkeitsaufnahme, Nasenatmung (!) und Luftqualität verursacht in vielen Fällen eine Infektion der Atemwege.

Das gestörte Gleichgewicht verursacht eine Schleimhautentzündung, die wiederum viel Schleim produziert und damit die Schleimhaut verdickt.

Durch die Verdickung der Schleimhaut und des Schleims kann die Öffnung zwischen Nebenhöhlen und Nasenhöhle verstopft werden. Der Schleim kann kaum noch abfließen. Dadurch füllt sich der Hohlraum der Nebenhöhlen mit Schleim, was schließlich das Druckgefühl und die Schmerzen verursacht.

Empfehlungen zur Behandlung von Nasennebenhöhlenentzündungen

  • Hören Sie mit dem Rauchen auf:
    Rauch reizt die Schleimhäute und erschwert die Heilung.
    Vermeiden Sie Passivrauchen bei Kindern.
  • Hilfreiches essen und trinken:
    Trinken Sie warme Flüssigkeiten, Erwachsene 1,5 Liter pro Tag.
    Ein Aufguss aus Holunderblüten- und Lindenblütentee mit etwas Zitrone und Honig hat eine stark wärmende Wirkung und ist mindestens so wirksam wie herkömmliche Schleimlöser.
    Essen Sie überwiegend gekochte Speisen, reife Früchte, scharfe, würzige Suppen, fermentierte Speisen.
    Vermeiden Sie konservierte Lebensmittel, Zucker und zu viele Milchprodukte.
  • Warme Füße können Schmerzen und Stauungen lindern und den Wärmehaushalt zwischen dem Kopfbereich und dem Unterkörper ausgleichen:
    Fußbad, z. B. ein Ingwerfußbad: Füllen Sie warmes Wasser (40 °C) bis auf Knöchelhöhe in eine Schüssel, lösen Sie darin 1 – 2 Esslöffel Ingwerpulver und 1 – 2 Esslöffel Salz. Fußbaddauer: 15 Min.
    In leichten Fällen bzw. für Kinder unter 4 Jahren: Ölanwendung an die Füße abends oder nach dem Fußbad zum Beispiel mit: Lavendelöl 10 % WELEDA oder Solum Öl WALA (beruhigend), Malvenöl WALA (wärmend), Kupfer-Salbe (Cuprum metallicum praeparatum 0,4 % Salbe WELEDA) oder Kupfer Salbe rot WALA (intensiv wärmend).
  • Die folgenden lokalen Wärmeanwendungen bewirken eine Entstauung und Schmerzlinderung:
    Gesicht 2 – 3 mal täglich für 10 – 15 Min. über eine Schüssel mit warmem Wasser (ca. 60 °C)
    halten. Abwechselnd Kamille- und Lindenblütentee (Kamille allein kann über mehr als 2 – 3 Tage angewendet Schleimhauttrockenheit verursachen).
    Dämpfe mit entzündungshemmenden ätherischen Ölen, wie Kamille, Thymus, Eukalyptus und Pinus.
    Achtung: Ätherische Öle sind nicht geeignet für Kinder unter 2 Jahren, Schwangere und Asthmatiker. Kleine Kinder dürfen keine Dampfbäder nehmen, da sie besonders gefährdet sind, dabei die Atemwege zu schädigen.
    Sie können auch im Bad oder in der Dusche Dampfbäder nehmen, indem Sie den Warmwasserhahn öffnen. Atmen Sie den Dampf vorsichtig ein.
    Erwärmung der Wangen und Stirn durch Wärmestrahlen, z. B. mittels einer Infrarotlampe.
    Das kurze, lokale Auftragen von Meerrettich in einer Kompresse auf die Wangen und die Stirn ist sehr wirksam, bedarf aber großer Vorsicht (Achtung: Augen schützen): nur für einige Sekunden, bis es brennt, dann entfernen und ein beruhigendes Öl auftragen. Hilfreich bei der Schmerzbehandlung von Sinusitis bei älteren Kindern und Erwachsenen (siehe auch:
    http://www.pflege-vademecum.de/nnhmk.php ).
  • Nasenabschwellende Behandlungen:
    Nasenspülungen für Kinder ab 5 Jahren mit lauwarmer 0,9 %iger Kochsalzlösung (9 g Salz in 1000 ml Wasser) 1 – 2-mal täglich. Diese Behandlung ist eine wirksame Alternative zu abschwellenden Nasentropfen, die im Alter unter 2 Jahre nicht geeignet sind und nur sehr eingeschränkt angewendet werden sollten (max. 7 Tage).
    Mehrmals täglich salzhaltige Nasensprays oder – besonders bei Allergien – ein Nasenspray auf Basis von Quitte und Zitrone: Gencydo® 1 % Nasenspray WELEDA CH bzw. Heuschnupfenspray WELEDA, 3 x täglich.
    Lokal abschwellende Salbe: Nasenbalsam WALA.

Medikamente bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Komplementärmedizin kann helfen, Beschwerden zu bessern und Heilungsprozesse zu fördern.  

Antibiotika werden selten bei Entzündungen der Nebenhöhlen benötigt, da sie selten Einfluss auf Beschwerden oder Heilung haben. Antibiotika haben oft Nebenwirkungen, insbesondere bei Magen-, Darm- und Vaginalbeschwerden und können Allergien erzeugen. Wenn Sie wegen einer Krankheit oder der Verwendung spezieller Medikamente ein geschwächtes Immunsystem haben, können Antibiotika zur Behandlung einer Nebenhöhlenentzündung dagegen sehr hilfreich sein.

Lokale Therapie siehe unter „Empfehlungen zur Behandlung von Nasennebenhöhlenentzündungen“.

Phytotherapie: Neben den vielfältigen Naturheilmitteln, die gegeben werden können, werden hier besonders Bitterstoffe genannt, da sie das unspezifische Immunsystem sowie die Atmungs- und Reinigungsaktivität der Schleimhäute der Nebenhöhlen und des Verdauungssystems aktivieren.

  • Amara Tropfen WELEDA: 3 – 5 Tr. auf die Zunge geben, 3 – 5-mal täglich oder
  • Gentiana Magen Globuli WALA: 7 – 15 Glob. 3-mal täglich oder
  • Sinupret® eXtract Tabletten bzw. Sinupret® Tropfen BIONORICA: 3-mal täglich 1 Tbl., für Kinder bis 12 Jahre: 10 – 25 Tr. 3-mal täglich.

Die Regulierung der Entzündung durch die Anthroposophische Medizin.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Rezepten/Empfehlungen.

Wie ist der normale Verlauf einer Sinusitis?

Entzündungen der Nasennebenhöhlen heilen meistens in 1 bis 3 Wochen ab. 1 von 10 Menschen haben nach 3 Wochen immer noch Beschwerden.

Wann müssen Sie bei einer Sinusitis einen Arzt aufsuchen?

  • Sie fühlen sich bei Fieber sehr krank und können nichts tun.
  • Sie haben mehr als 5 Tage Fieber.
  • Nach ein paar Tagen ohne Fieber bekommen Sie wieder Fieber.
  • Die Beschwerden der Sinusitis werden nach 2 Wochen nicht besser.
  • Sie bekommen sehr starke Kopfschmerzen.
  • Ihnen ist übel und Sie müssen erbrechen.
  • Sie werden schläfrig.
  • Sie bekommen zusätzliche Beschwerden an einem oder beiden Augen.
  • Die Augenlider werden rot oder geschwollen.
  • Ihr Auge ist schmerzhaft, geschwollen und drückt nach außen.
  • Sie sehen plötzlich weniger gut oder doppelt.
  • Sie haben eine Schwellung an der Stirn.

Bei solchen Beschwerden können Antibiotika notwendig sein.