Heileurythmie

Die Heileurythmie (Eurythmietherapie) ist ein eigenständiges Therapieverfahren der Anthroposophischen Medizin (1). Sie wurde 1921 von Rudolf Steiner 1921 dargestellt und seitdem von Therapeuten und Ärzten weltweit praktiziert, weiterentwickelt und in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich dokumentiert (2). Die Bewegungen sind aus der künstlerischen Eurythmie (begründet 1912) abgeleitet und als therapeutische Bewegungstherapie entwickelt worden. Steiner bezeichnet die Eurythmie auch als sichtbar gewordene Sprache oder Gesang: Bewegungen, die sich im Organismus während des Sprechens vollziehen und zu seiner Lebensorganisation gehören, aber auch in den feinen Bewegungen des Körpers oder in den Lautgestaltungen der ausgeatmeten Luft beobachtbar sind. Sie stehen mit den leiblichen Bildeprozessen in Zusammenhang: Das Lebendige zeigt Bewegungen. Wir können embryologische Bilde- und Wachstumsprozesse mit Einstülpungen, Abschnürungen und Spiralisierungen beobachten. Diese Bildebewegungen, die sich auch im erwachsenen Organismus in geänderter Weise vollziehen, werden durch die Heileurythmie angesprochen. Sie wird deswegen zur Unterstützung der funktionellen Aktivität des Organismus und seiner Bildeprozesse eingesetzt.

Der Heileurythmist arbeitet mit dem betreuenden Arzt eng zusammen, um aufgrund der vorliegenden Diagnose und des Therapiebedarfs die konkrete Behandlung zu entwickeln. Es braucht hierzu der heileurythmischen Kompetenz und therapeutische Erfahrung als auch der medizinischen Einschätzung (siehe auch Berufsbild Heileurythmie: https://www.anthromedics.org/topics/537 ).

Die Heileurythmie findet einen breiten Einsatz bei unterschiedlichen Erkrankungen von Kindern und Erwachsenen und in den Fachgebieten der Medizin, auch durch Augen-Heileurythmie und  Heileurythmie in der Zahnmedizin. Die derzeitige wissenschaftliche Evaluation bezieht sich u. a. auf den Vergleich mit anderen bewegungstherapeutischen Verfahren wie Yoga und auf verschiedene Indikationen in Kardiologie (Hypertonie, Herzfrequenzvariabilität) und Onkologie (Cancer Related Fatigue), wie auch auf Stress und Angst (2, 3).