Maligner Pleuraerguß bei Verdacht auf Bronchial-Carcinom, Komplette Remission

Matthias Girke, Matthias Kröz, Burkhard Matthes
Article-ID: DMS-17196-DE
DOI: https://doi.org/10.14271/DMS-17196-DE

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Zusammenfassung Bei malignem Pleuraerguß wurde eine subkutane und intrapleurale Viscum-Therapie durchgeführt. Bei initialer interpleuraler Gabe von 500 mg Helixor P entwickelte sich eine febrile Reaktion mit nachfolgender bullöser Dermatose (V. a. mistelinduzierte bullöse Dermatose) verbunden mit einem exzessiven Anstieg der eosinophilen Granulozyten. Während dieser Phase kam es zu einem ausgeprägten Gewichtsverlust von 7 bis 8 kg. Nach Durchführung der letzten Instillation wurde lediglich die subkutane Viscum-Therapie fortgesetzt, ergänzt durch eine Medikation mit Nontronit und Levico comp. Ca. 4 Wochen nach der letztmaligen intrapleuralen Viscum-Instillation war der Erguß nicht mehr nachgelaufen, aber weitergehend sonographisch und röntgenologisch darstellbar. Ein halbes Jahr später konnte im Rahmen des Restaging bei zwischenzeitlich in einem ausgezeichneten Allgemeinzustand befindlichen Patienten sonographisch kein Pleuraerguß mehr nachgewiesen werden. Im Thorax-CT wurde lediglich eine pleurale Verdickung wie bei in Verschwielung übergangenem Pleuraerguß beschrieben (Abb. 3). Der beschriebene Verlauf weist auf mehrere Besonderheiten hin, die uns auch im Verlauf anderer Kasuistiken mit positiver Mistelwirksamkeit aufgefallen waren. Zunächst ist es der hochdosierle Einstieg in die ViscumTherapie, der mit einer febrilen Reaktion einherging und hier gefolgt wurde von einer bullösen Dermatose. In einem anderen Fall einer Viscum-Therapie (Publikation in Vorbereitung) wurde eine unmittelbar mit der Mistelgabe zusammenhängende Begleitarthritis beobachtet, die unter einer Medikation mit Apis und Belladonna problemlos zurückging. Auch dieser Patient zeigte bei hochdosierter intraläsionaler Misteltherapie einen außergewöhnlich guten Verlauf bei fortgeschrittenem Colon-Carcinom. Neben der intensiven Anregung des Wärmeorganismus durch hochdosierte Mistelgaben wurde als weitere Besonderheit eine tumornahe Applikation gewählt. Auch diese scheint uns im Hinblick auf das Ansprechen wesentlich zu sein. Schließlich wurde in dem geschilderten Fall als auch bei weiteren Tumorverläufen unter Misteltherapie eine z.T. exzessive Eosinophilie durch die Mistelgabe erreicht. In den von uns beobachteten positiven Tumorverläufen war initial eine deutliche Erhöhung der Eosinophilen angestrebt und erreicht worden. Den Hinweis auf die Eosinophilie als einem Parameter zumindest in der Frühphase der Misteltherapie verdanken wir Broder v. Laue und W. Henn, die diesen Zusammenhang erstmalig beschrieben hatten (4,6). Erstmalig wurde eine Eosinophilie bei Viscumpleurodese von Boeck und Salzer (1980) beschrieben (2). Die initiale Eosinophilie scheint uns im praktischen Umgang mit der Misteltherapie ein wesentlicher Parameter zu sein. In der Durchsicht der freundlicherweise von G. Kienle (Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie Freiburg) zusammengestellten Arbeiten ist eine positive Korrelation v. a. der TÄTE (tumor associated tissue eosinophilia) zu einem günstigen Krankheitsverlauf beschrieben worden (5,8,9). Auch eine Eosinophilie im peripheren Blut findet man gelegentlich assoziiert mit einer guten Krankheitsprognose, allerdings sind hier die Beobachtungen nicht einheitlich, so finden sich auch gegensätzliche Ergebnisse in der Literatur (3). Bemerkenswert ist, daß auch andere effektive Immuntherapien typischerweise mit einem erheblichen Anstieg der Eosi- nophilen einhergehen, in erster Linie ist hier die Therapie mit dem Interleukin -2 zu nennen, und auch hier wird der charakteristischen Eosinophilie eine große Bedeutung und wichtige Beteiligung für die IL-2 stimulierte Abwehr des Organismus gegen den Tumor beigemessen (Rivoltrine 93, Rodgers 94, Huland 89). Hier werden erkennbar zukünftige Schwerpunkte der Mistelforschung liegen. Von den klinischen Parametern auf die Konstitution des Patienten blickend, wiesen die Anamnesefragen Rudolf Steiners (10) auf ein starkes Eingreifen der höheren Wesensglieder. Hier ist eine entsprechende Studie in Vorbereitung, die u. a. die Bedeutung konstitutioneller Faktoren für den Krankheitsverlauf unter Viscum-Therapie eruieren soll. Beeindruckend war schließlich die große innere Kraft und die positive, nahezu angstfreie und Sicherheit ausstrahlende Grundstimmung des Patienten, mit der er den Therapieverlauf durchtrug. Für ihn haben sich im Hinblick auf Biographie und Lebensziele wesentliche neue Anregungen ergeben.

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