Zum Verständnis des Potenzierens aus anthroposophischer Sicht - unter besonderer Berücksichtigung der Triturationen

Wolfram Engel
Article-ID: DMS-19961-DE
DOI: https://doi.org/10.14271/DMS-19961-DE

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In der Anthroposophischen Medizin spielen potenzierte Arzneimittel therapeutisch eine bedeutende Rolle. Die meisten Ausgangsstoffe werden nach „homöopathischen Regeln" eines Arzneibuches potenziert. Samuel Hahnemann gilt als Begründer der Homöopathie, der das Potenzierverfahren für Flüssigkeiten und Feststoffe entwickelt und in seinem „Organon" (1) beschrieben hat. Es gibt aber historische Quellen, die auf eine bereits viel frühere Anwendung einer geheimnisvollen Art des Potenzierens hindeuten. Die Anthroposophische Medizin verdankt Rudolf Steiner eine gedankliche Durchdringung des Potenzierverfahrens. Das Potenzierverfahren ist „der Natur sorgfältig abgelauscht" und hat letztlich den Menschen als Vorbild. Die Herstellung einerTrituration ist wesentlich aufwendiger als die einer Dilutionspotenz; dasselbe gilt für das Verständnis. Die physikalischen Vorgänge beim Verreiben werden von ihrer Art her näher beschrieben. Der vom Arzneibuch geforderte Aufwand für die Herstellung einer Verreibung durch die Drittelung des Milchzuckers wird erklärt und findet eine Begründung. Dabei hilft die Beschäftigung mit den auftretenden Zahlenverhältnissen (1 + 3 bzw. 1:4,1 + 6 bzw. 1:7 und 1 + 9 bzw. i:io). Dem abnehmenden Stoffgehalt und der zunehmenden Überwindung der Stoff-Kohärenz innerhalb einer Potenzreihe wird der Erhalt der„Kohärenz des Geistigen" gegenübergestellt. Die besondere Bedeutung der Dezimalpotenzen (1 + 9) und ihr Stellenwert innerhalb der Anthroposophischen Medizin (im Gegensatz zu den Centesimalpotenzen) kann auch mit der Beziehung des Menschen als eines sich entwickelnden Wesens zusammen mit den neun hierarchischen Wesenheiten und deren zerrbildartigen Widerspiegelung in den neun Schichten der Erde gesehen werden. In Rudolf Steiners „Theosophie" werden ebenfalls Gesichtspunkte zum Zahlenverhältnis 1 + 9 gefunden. Die Trias Leib-Seele-Geist, die beim Menschen in neun Wesensgliedern erscheint, hängt stark mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. Die Pflanze, mit der Rudolf Steiner den Menschen vergleicht, lebt diese Dreiheit als Sal, Merkur und Sulfur in ihrer Wurzel, im Stamm (und Blattbereich) sowie der Blüte aus. Verschiedene dreigliedrige Aspekte finden sich auch in den drei „Dritteln" einerTrituration und innerhalb der gesamten Potenzreihe wieder. Auf viele neue Ansätze Rudolf Steiners für die Pharmazie, die als eine Erweiterung des Potenzierbegriffs erscheinen können, wird hingewiesen.

Potentized remedies play an important role in anthroposphically oriented medicine. Most of the starting materials are potentized following the rules set forth in one of the Homeopathic Pharmacopeias. Samuel Hahnemann is viewed as the founder of Homeopathy, and the potentizing of both liquid as well as solid substances is described in his work, the "Organon"(i). There are, however, historic sources that mention a secretive type of potentizing much earlier. Anthroposophically oriented medicine is greatly indebted to Rudolf Steiner for his unique and thorough understanding of this method. Potentizing is thoroughly "copied from nature", but it is the human being that serves as the blueprint. Making a trituration (solid potency) is a much more involved process than making a liquid potency, and the same holds true for the understanding of the process. The physics of it is explained in more depth, and a justification forthe pharmacopeia requirement of dividing and adding lactose in thirds is provided. It is helpful to look at the resulting numerological relationships (1+3 respectively 1:4,1 + 6 respectively 1:7 and 1 + 9 respectively i:io). The diminishing amount of substance and the increasing degree with which substance coherence is overcome within a row of potencies stands in contrast with the retention of the "coherence of the spiritual". The importance of decimal potencies (1 + 9) in anthropospophically oriented medicine is reflected in the relationship of the human being with the nine hierarchies and the nine layers of the earth. Mention of the relationship 1 + 9 can also be found in Rudolf SteinerVTheosophy".The three-folding of the human being into body-soul-spirit (and that subdivision into nine parts) can be brought into relation with the past, present and future ofthat being. For Rudolf Steiner, the three-folding seen in the human is also reflected in the plant.There, it is expressed in the root (salt), stem (mercury) and blossom (sulfur) process.The same three-folding is also seen in the addition of lactose in three steps in a trituration process. Potentization is an important principle, and Rudolf Steiner even furthers it by giving indications for an expanded range of pharmaceutical processes.

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