Person und Bewusstsein im "Hirntod"-Konzept aus neurologischer Perspektive

Zusammenfassung

Der Artikel erörtert die Probleme, die aus dem sog. „Hirntod“-Konzept erwachsen, aus neurologischer Perspektive. Ausgehend von der verbreiteten und im Transplantationsgesetz so formulierten Annahme, dass der irreversible Funktionsausfall des Gehirns, eines Teils eines Organs des Menschen, mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen sei, führt der Autor die Unzulänglichkeit dieser These anhand mehrerer Belege aus. Die Argumentation stützt sich dabei u. a. auf Arbeiten von Alan Shewmon, einem US-amerikanischen Neurologen und Pionier einer wissenschaftlich kritischen Haltung zum Konzept des Hirntods. Dass eine reine naturwissenschaftliche Erfassung des Hirntods ohne Einbezug der – offenbar auch unabhängig davon existierenden – Bewusstseinsebenen zu kurz greift, wird mit Bezug auf die von Rudolf Steiner entworfene Dreigliederung des Menschen sowie auf beobachtbare neurologische Phänomene und die sog. Nahtoderlebnisse erörtert. Den Artikel runden Empfehlungen zum medizinisch-ethischen Umgang mit der für alle Beteiligten extrem herausfordernden Situation einer (potenziellen) Transplantation ab. Zentrale Bedeutung erlangt dabei der formulierte Patientenwille des Spenders und die damit verbundene Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung, die Kontroversen, unterschiedliche Gesichtspunkte und ungelöste Fragen des „Hirntod“-Konzepts einbezieht.

Der gesamte Artikel ist in Merkurstab Online verfügbar: https://www.anthromedics.org/DMS-20378-DE.

 

Research news

Yarrow liver compresses in cancer patients and their effect on the autonomous nervous system    
Liver compresses are frequently used in Anthroposophic Medicine for cancer treatment and are believed to have an energizing effect. In a randomized pilot study, the influence of this external application on the autonomous nervous system was now evaluated. For this study, heart rate variability was measured in metastatic cancer patients undergoing radiotherapy and suffering from cancer-related fatigue (CRF). A total of 20 patients (10 per group) were available for analysis. The results show that yarrow liver compresses led to increase sympathetic activity during the day in the intervention group, while increased parasympathetic activity was observed in the control group, which received no external application. The study is published open access: 
https://doi.org/10.1177/15347354221081253
Previously in 2021, Georg Seifert´s research group had demonstrated that liver compresses reduced (CRF) in this clinically relevant range. The current study clarifies the correlation.
https://doi.org/10.1186/s13014-021-01757-x


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