Person und Bewusstsein im "Hirntod"-Konzept aus neurologischer Perspektive

Zusammenfassung

Der Artikel erörtert die Probleme, die aus dem sog. „Hirntod“-Konzept erwachsen, aus neurologischer Perspektive. Ausgehend von der verbreiteten und im Transplantationsgesetz so formulierten Annahme, dass der irreversible Funktionsausfall des Gehirns, eines Teils eines Organs des Menschen, mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen sei, führt der Autor die Unzulänglichkeit dieser These anhand mehrerer Belege aus. Die Argumentation stützt sich dabei u. a. auf Arbeiten von Alan Shewmon, einem US-amerikanischen Neurologen und Pionier einer wissenschaftlich kritischen Haltung zum Konzept des Hirntods. Dass eine reine naturwissenschaftliche Erfassung des Hirntods ohne Einbezug der – offenbar auch unabhängig davon existierenden – Bewusstseinsebenen zu kurz greift, wird mit Bezug auf die von Rudolf Steiner entworfene Dreigliederung des Menschen sowie auf beobachtbare neurologische Phänomene und die sog. Nahtoderlebnisse erörtert. Den Artikel runden Empfehlungen zum medizinisch-ethischen Umgang mit der für alle Beteiligten extrem herausfordernden Situation einer (potenziellen) Transplantation ab. Zentrale Bedeutung erlangt dabei der formulierte Patientenwille des Spenders und die damit verbundene Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung, die Kontroversen, unterschiedliche Gesichtspunkte und ungelöste Fragen des „Hirntod“-Konzepts einbezieht.

Der gesamte Artikel ist in Merkurstab Online verfügbar: https://www.anthromedics.org/DMS-20378-DE.

 

Neues aus der Forschung

Praxisbezogene Forschung zu komplementären und integrativen Therapien in der klinischen Schmerzbehandlung 
In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden 23 Studien (mit 8464 Patienten) ermittelt, die die Gütekriterien zur Evaluation individualisierter, komplementärer und integrativer Schmerztherapien erfüllten. Die Studien umfassten Chiropraktik, Akupunktur, multimodale individualisierte Interventionen/Programme, Physiotherapie und anthroposophische Therapien. Zwischen 53% und 91% der Teilnehmenden blieben bis zum jeweiligen Studienende dabei. Obwohl alle Studien über positive Auswirkungen auf verschiedene Schmerzzustände berichteten, sollte eine künftige praxisbezogene CAM- und IM-Forschung umfassender und wissenschaftlicher durchgeführt werden. Ergebnisse, Empfehlungen und der Call-to-Action sind veröffentlicht unter: 
https://doi.org/10.1093/pm/pnab151


Weiterführende Informationen zur Anthroposophischen Medizin