Person und Bewusstsein im "Hirntod"-Konzept aus neurologischer Perspektive

Zusammenfassung

Der Artikel erörtert die Probleme, die aus dem sog. „Hirntod“-Konzept erwachsen, aus neurologischer Perspektive. Ausgehend von der verbreiteten und im Transplantationsgesetz so formulierten Annahme, dass der irreversible Funktionsausfall des Gehirns, eines Teils eines Organs des Menschen, mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen sei, führt der Autor die Unzulänglichkeit dieser These anhand mehrerer Belege aus. Die Argumentation stützt sich dabei u. a. auf Arbeiten von Alan Shewmon, einem US-amerikanischen Neurologen und Pionier einer wissenschaftlich kritischen Haltung zum Konzept des Hirntods. Dass eine reine naturwissenschaftliche Erfassung des Hirntods ohne Einbezug der – offenbar auch unabhängig davon existierenden – Bewusstseinsebenen zu kurz greift, wird mit Bezug auf die von Rudolf Steiner entworfene Dreigliederung des Menschen sowie auf beobachtbare neurologische Phänomene und die sog. Nahtoderlebnisse erörtert. Den Artikel runden Empfehlungen zum medizinisch-ethischen Umgang mit der für alle Beteiligten extrem herausfordernden Situation einer (potenziellen) Transplantation ab. Zentrale Bedeutung erlangt dabei der formulierte Patientenwille des Spenders und die damit verbundene Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung, die Kontroversen, unterschiedliche Gesichtspunkte und ungelöste Fragen des „Hirntod“-Konzepts einbezieht.

Der gesamte Artikel ist in Merkurstab Online verfügbar: https://www.anthromedics.org/DMS-20378-DE.

 

Neues aus der Forschung

Sicherheit von anthroposophischen Arzneimitteln gewährleistet! 
Anthroposophische Arzneimittel (AMP) sind in Europa und international weit verbreitet. Eine retrolektive Sicherheitsanalyse von Pharmakovigilanzdaten umfasste 99,4 % (1596/1606) aller in Deutschland im Studienzeitraum 2010 - 2017 vermarkteten AMP. Die relative Häufigkeit von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) für AMPs lag bei 1,5 pro Million verkaufter maximaler Tagesdosen. Die grosse Mehrheit der Patienten (91,9 %) erholte sich von den Nebenwirkungen oder war dabei, sich davon zu erholen und es gab keine Berichte mit tödlichem Ausgang. Der Originalartikel mit detaillierten Ergebnissen ist frei verfügbar unter 
https://doi.org/10.1007/s40801-021-00262-7.


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