Anthroposophische Pharmazie

Die Rohstoffe und Ausgangsmaterialien für die Herstellung anthroposophischer Arzneimittel sind natürlichen Ursprungs, d. h. sie sind in erster Linie der Natur entnommen. Es handelt sich um Minerale, Metalle, Pflanzen bzw. deren Teile, staatenbildende Insekten, tierische Organe oder deren Bestandteile.

Die pharmazeutischen Prozesse der Anthroposophischen Pharmazie sind heute entweder in der Europäischen Pharmakopöe (Ph. Eur.) oder im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) Deutschlands, im Schweizer Arzneibuch (Ph. Helv.) oder im Anthroposophic Pharmaceutical Codex (APC) gut beschrieben. Im APC sind alle relevanten Prozesse der Anthroposophischen Pharmazie in einem Werk dargestellt.

Viele anthroposophische Arzneimittel sind auf der Basis nationaler spezifischer Gesetzgebung auf dem Markt. In der Europäischen Union werden die Anthroposophika generell gemäß der EU-Richtlinie 2001/83 reguliert. Die Richtlinie erwähnt anthroposophische Arzneimittel nur in den einführenden Sätzen (Absatz 22) und definiert, dass diese, sofern sie homöopathisch hergestellt sind, wie die homöopathischen Arzneimittel reguliert werden sollen.

Ursprung, Herstellung und Anwendung der anthroposophischen Arzneimittel gehen auf Rudolf Steiner (1861 – 1925) zurück, der die Anthroposophische Medizin zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen mit der Ärztin Ita Wegman (1876 – 1943) begründet hat. Damals entwickelte Rudolf Steiner die noch heute gültigen Grundlagen für die Wahl der Rohstoffe und die verschiedenen Herstellungsverfahren. Ein weiterer Pionier für die anthroposophische Pharmazie war Rudolf Hauschka (1891–1969).

International Association of Anthroposophic Pharmacists/IAAP. Anthroposophic Pharmaceutical Codex APC. Ed. 4.2. Dornach: IAAP; 2020. Verfügbar unter https://iaap-pharma.org/fileadmin/user_upload/pdf/apc/Anthroposophic_Pharmaceutical_Codex__APC__edition_4.2.pdf (21.8.2020)

Meyer U, Pedersen PA. Anthroposophische Pharmazie. Grundlagen, Herstellprozesse, Arzneimittel. Berlin: Salumed Verlag; 2017.

Engel W. Vegetabilisierte Metalle - Pharmazeutische Grundlagen und Zubereitung der Metall-Dünger. Der Merkurstab 2013;66(1):4-17.

Engel W. Zum Verständnis des Potenzierens aus anthroposophischer Sicht - unter besonderer Berücksichtigung der Triturationen. Der Merkurstab 2012;65(3):196-211.



Neues aus der Forschung

Real World Data-Studie: Faktoren im Zusammenhang patientenberichteter Post-/Long-Covid 
Bisher existieren nur wenige Erkenntnisse über die Faktoren, die zu Post-/Long-COVID (PLC) beitragen. In einer aktuellen prospektiven Studie gaben 99 registrierte Personen an, unter PLC-Symptomen gelitten zu haben - am häufigsten unter Müdigkeit, Dyspnoe, verminderte Kraft, Hyposmie und Gedächtnisverlust. Die Studienergebnisse zeigen unter anderem, dass Personen, die unter COVID-19-assoziierten Angstzuständen, Hyposmie oder Herzklopfen litten, bis zu achtmal gefährdeter waren eine PLC zu entwickeln als Personen ohne diese Symptome. Bei Personen, die während der Behandlung von COVID-19 an Müdigkeit litten, war die Wahrscheinlichkeit, an PLC-Müdigkeit zu erkranken, siebenmal höher als bei denjenigen, die dieses Symptom nicht entwickelten. Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass 13 % der Personen, die zuvor an COVID-19 gelitten haben, später an PLC erkrankten. Der Artikel ist frei verfügbar unter: 
https://doi.org/10.3390/ijerph192316124.

 

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