Die funktionelle Dreigliederung des Menschen

Das lebendige, seelische und geistige Wesen des Menschen ist sehr unterschiedlich mit dem Körper verbunden: Im Nerven-Sinnessystem entwickelt sich Bewusstsein für die eigene Innenwelt und für die Außenwelt, die durch die Sinne wahrgenommen wird. Das seelische und geistige Wesen des Menschen erwacht zum Bewusstsein auf der Grundlage des Nerven-Sinnes-Systems.

In dem Stoffwechsel- und Bewegungs-(Gliedmaßen-)System kommt es mit der Bewegung der Gliedmaßen zu intensiven Stoffwechselprozessen. Bewegung fördert grundsätzlich die Stoffwechseltätigkeit und mit ihr regeneratorische Aufbauprozesse. Die Willensaktivität des Menschen ist mit dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem und seinem Funktionsstoffwechsel verbunden.

Beide Pole der menschlichen Organisation werden durch das Rhythmische System vermittelt. Alle Prozesse im menschlichen Organismus sind rhythmisch geordnet: Nicht nur Atmung und Herzfunktion kennen ihre Rhythmen, sondern zahlreiche Funktionen – im Nervensystem, viele Hormone, Blutdruck, Blutzucker, Bewegungsaktivität im Verdauungstrakt etc. – sind rhythmisch geordnet. Dabei sind diese Rhythmen nicht getrennt voneinander, sondern bilden ein Rhythmisches System. Viele Erkrankungen gehen mit Störungen oder gar einer Dissoziation dieses Systems einher, umgekehrt erfordern Heilungsprozesse die Stärkung des Rhythmischen Systems, z. B. hinsichtlich eines geordneten Schlaf-Wach-Rhythmus.

 

Neues aus der Forschung

Praxisbezogene Forschung zu komplementären und integrativen Therapien in der klinischen Schmerzbehandlung 
In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden 23 Studien (mit 8464 Patienten) ermittelt, die die Gütekriterien zur Evaluation individualisierter, komplementärer und integrativer Schmerztherapien erfüllten. Die Studien umfassten Chiropraktik, Akupunktur, multimodale individualisierte Interventionen/Programme, Physiotherapie und anthroposophische Therapien. Zwischen 53% und 91% der Teilnehmenden blieben bis zum jeweiligen Studienende dabei. Obwohl alle Studien über positive Auswirkungen auf verschiedene Schmerzzustände berichteten, sollte eine künftige praxisbezogene CAM- und IM-Forschung umfassender und wissenschaftlicher durchgeführt werden. Ergebnisse, Empfehlungen und der Call-to-Action sind veröffentlicht unter: 
https://doi.org/10.1093/pm/pnab151


Weiterführende Informationen zur Anthroposophischen Medizin