Die funktionelle Dreigliederung des Menschen

Das lebendige, seelische und geistige Wesen des Menschen ist sehr unterschiedlich mit dem Körper verbunden: Im Nerven-Sinnessystem entwickelt sich Bewusstsein für die eigene Innenwelt und für die Außenwelt, die durch die Sinne wahrgenommen wird. Das seelische und geistige Wesen des Menschen erwacht zum Bewusstsein auf der Grundlage des Nerven-Sinnes-Systems.

In dem Stoffwechsel- und Bewegungs-(Gliedmaßen-)System kommt es mit der Bewegung der Gliedmaßen zu intensiven Stoffwechselprozessen. Bewegung fördert grundsätzlich die Stoffwechseltätigkeit und mit ihr regeneratorische Aufbauprozesse. Die Willensaktivität des Menschen ist mit dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem und seinem Funktionsstoffwechsel verbunden.

Beide Pole der menschlichen Organisation werden durch das Rhythmische System vermittelt. Alle Prozesse im menschlichen Organismus sind rhythmisch geordnet: Nicht nur Atmung und Herzfunktion kennen ihre Rhythmen, sondern zahlreiche Funktionen – im Nervensystem, viele Hormone, Blutdruck, Blutzucker, Bewegungsaktivität im Verdauungstrakt etc. – sind rhythmisch geordnet. Dabei sind diese Rhythmen nicht getrennt voneinander, sondern bilden ein Rhythmisches System. Viele Erkrankungen gehen mit Störungen oder gar einer Dissoziation dieses Systems einher, umgekehrt erfordern Heilungsprozesse die Stärkung des Rhythmischen Systems, z. B. hinsichtlich eines geordneten Schlaf-Wach-Rhythmus.

 

Neues aus der Forschung

Maltherapie verringert Symptome bei Essentiellem Tremor 
Eine aktuelle Einzelfallstudie zeigt die Wirksamkeit von anthroposophischer Maltherapie zur Reduzierung von Symptomen bei Essentiellem Tremor (ET). Der ET ist eine häufige Bewegungsstörung bei älteren Menschen, der in der Regel die Hände und Unterarme betrifft. Eine 78-jährige Frau stellte sich mit ET, Depression und bipolaren Symptomen vor, die medikamentös behandelt wurden. Propanolol gegen den ET verweigerte sie. Im Laufe von 5 Monaten erhielt sie 16 Sitzungen Maltherapie. Danach berichtete die Patientin über eine verbesserte Lebensqualität (einschliesslich emotionaler Aspekte) und einen Rückgang ihrer ET-Symptome, was sich auch in ihrer Handschrift widerspiegelte. Der Report ist frei zugänglich und peer review-gesichert im "The Permanente Journal" veröffentlicht: 
https://doi.org/10.7812/TPP/20.260.

 

Weiterführende Informationen zur Anthroposophischen Medizin