Onkologie I Gastrointestinale Symptome I Mukositis und Mundtrockenheit

Kunsttherapie

Therapeutisches Malen und Plastizieren

Im Malen

Hier ist darauf zu achten, dass das ganze Bild zu einem Ausdruck von Organismus wird.

  • Nass-in-Nass Malen  
    Zuerst lösen, «aufweichen» und in Bewegung bringen – dann aus der Farb- und Formbeweglichkeit das Bild in die Gestaltung durch die Gestaltungskraft des Ich bringen.

  • Malen mit Pflanzenfarben
    In Pflanzenfarben lebt die Eigenwärme der pflanzlichen Pigmente, die in der malerischen Verarbeitung und Hingabe an die Farben die Stärkung des Ätherleibes unterstützen können.

  • Zwei Farben langsam aktiv mit dem Pinsel ineinander zerlaufen lassen.
    Je langsamer die Ausführung, desto geschmeidiger der Übergang. So kann an der Schnittstelle zwischen dem Luftigen (Riechen) und dem Wässrigen (Schmecken) im Mund die Verbindung von beiden Zuständen harmonisiert werden.

Im Plastizieren  

  • Arbeiten mit sehr weichem Ton,
    hilft der Stärkung des Ätherleibes.

  • Durch Gleiten der Hände den Ton formen, rhythmisches Gestalten auf einer Platte.

Musiktherapie

Viola Heckel, Sebastian Weiss

  • Der direkteste Einfluss auf die Mundtrockenheit kann mittels Gesangstherapie gelingen.
    Durch zielgerichtete gesungene Laut- und Klangübungen kann die Durchblutung des Mundraumes so angeregt werden, dass der Speichelfluss der Speicheldrüsen gesteigert wird.

  • Geeignete Laute sind L, M und N.
    Die Bildung der Konsonanten regt formgebende Prozesse an – der strömende Klang des gesungenen Tones bleibt dabei das tragende Element.
    Geeignet sind Tonfolgen in Sekundschritten. Das Sekundintervall führt melodisch in Bewegung und vermittelt fließende Qualität. Durch die Resonanzphänomene im ganzen Leib des singenden Menschen wird die Therapie zu einem den ganzen Organismus ergreifenden Ereignis.

Therapeutische Sprachgestaltung

Barbara Ziegler Denjean

 Das Durchfühlen der Artikulation an den verschiedenen Sprechzonen kann mit dem Abschmecken der Speisen verglichen werden und regt demgemäß den Speichelfluss an. Die Geschmackszonen entsprechen den Sprechzonen – Zungenwurzel, Zungenspitze, Lippen – und wie selbstverständlich benutzen wir die Begriffe „süß“, „salzig“, „scharf“, „pikant“ oder „bitter“ auch, um seelische Eigenschaften auszudrücken. Die Artikulation und das Zerkleinern der Nahrung finden im luftig-wässrigen Milieu (Astralleib/Ätherleib; zur Erläuterung dieser Begriffe siehe  https://www.anthromedics.org/BAS-0347-DE) des Mundes statt. Diese Gemeinsamkeit macht es möglich, über die Sprachmuskulatur anregend auf die Speicheldrüsen zu wirken, besonders wenn Freude und Lebendigkeit das Sprechen prägen, da alle Leibesdrüsen sensibel auf seelische Stimmungen reagieren.

  • Geläufigkeitsübungen (Sprech-Turn-Übungen)
    Der Speichelfluss wird unterstützt durch geschicktes und schnelles Artikulieren, wie es bei den Geläufigkeitsübungen der Fall ist. Dieses führt zusätzlich zu einer gesteigerten Durchblutung der Mundschleimhaut.

  • Besonders hilfreich sind hier die Laute S, Z und SCH,
    wie sie z. B. in dieser Übung gehäuft auftreten:
    Zuwider zwingen zwar

    Zweizweckige Zwacker zu wenig
    Zwanzig Zwerge
    Die sehnige Krebse
    Sicher suchend schmausen
    Dass schmatzende Schmachter
    Schmiegsam schnellstens
    Schnurrig schnalzen (1, S. 23)  

  • Dramatische Sätze
    Da der Speichelfluss zunimmt, je mehr die Sprache seelisch tangiert ist, werden kleine dramatische Sätze in die Üb-Reihen eingebaut, so dass über die Sprachbilder ebenfalls anregend auf die Lebensprozesse gewirkt wird, z. B.:

    Und es wallet und siedet und brauset und zischt,
    Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,
    Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,
    Und Flut auf Flut sich ohn Ende drängt,
    Und will sich nimmer erschöpfen und leeren,
    Als wollte das Meer noch ein Meer gebären. (2)

  • Luftlaut R und Wellenlaut L

    Ein starker R-Impuls (Luftlaut), kann durch entsprechende Übungen mit einem fließenden L (Wellenlaut) abgewechselt werden. So entsteht eine anregende Wirkung bis in das lymphatische System. Auch der Stimmfluss wird durch L-Übungen unterstützt:
    Lämmer leisten leises Läuten (1, S. 50)
    Leises Läuten leisten Lämmer
    Durchatmen und Bewegen der Vokale dienen immer der Verflüssigung aller psychosomatischen Prozesse.

  • Generell ist das weiche CH eine gute Hilfe bei Mundtrockenheit,
    da bei diesem Laut bereits physisch über die Zungenbreite Druck auf die seitlichen Speicheldrüsen ausgeübt wird. Dieser Laut hilft besonders nach der Chemotherapie, die Mundschleimhaut wiederaufzubauen.

Verlauf: Erste Verbesserungen nach etwa drei Wochen. 

1 Steiner R, Steiner-von Sivers. Methodik und Wesen der Sprachgestaltung. GA 280. 4. Aufl. Dornach: Rudolf Steiner Verlag; 1983.

2 Schiller F. Der Taucher. In: Musen-Almanach für das Jahr 1798. Tübingen: J.G. Cottaische Buchhandlung. Online: https://www.friedrich-schiller-archiv.de/musenalmanach-1798/taucher/