Einführung

Die wachsende Antibiotika-Resistenz weltweit erfordert einen wesentlich zurückhaltenden Gebrauch von Antibiotika bei akuten Infektionserkrankungen. Was kann in dieser Situation die Anthroposophische Medizin leisten? Welche Möglichkeiten bietet sie, um die Therapie nicht nur auf den Erreger, sondern auf die therapeutische Lenkung und Unterstützung der entzündlichen Antwort des Patienten zu richten – seine immunologischen Ressourcen zu stärken, akut und präventiv? Welche Vorgehensweisen haben sich bewährt? Welchen Nutzen kann die Anthroposophische Medizin bei akuten Infektionserkrankungen für den Patienten haben, akut und längerfristig?

Für häufige Infektionserkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter stellen wir im Folgenden multiprofessionelle Therapiekonzepte der Anthroposophischen Medizin vor.

 Abb. «Kranker in der Nacht» von Ernst Ludwig Kirchner. © akg-images

Neues aus der Forschung

Maltherapie verringert Symptome bei Essentiellem Tremor 
Eine aktuelle Einzelfallstudie zeigt die Wirksamkeit von anthroposophischer Maltherapie zur Reduzierung von Symptomen bei Essentiellem Tremor (ET). Der ET ist eine häufige Bewegungsstörung bei älteren Menschen, der in der Regel die Hände und Unterarme betrifft. Eine 78-jährige Frau stellte sich mit ET, Depression und bipolaren Symptomen vor, die medikamentös behandelt wurden. Propanolol gegen den ET verweigerte sie. Im Laufe von 5 Monaten erhielt sie 16 Sitzungen Maltherapie. Danach berichtete die Patientin über eine verbesserte Lebensqualität (einschliesslich emotionaler Aspekte) und einen Rückgang ihrer ET-Symptome, was sich auch in ihrer Handschrift widerspiegelte. Der Report ist frei zugänglich und peer review-gesichert im "The Permanente Journal" veröffentlicht: 
https://doi.org/10.7812/TPP/20.260.

 

Weiterführende Informationen zur Anthroposophischen Medizin