Ödeme in der Palliativmedizin

Ödeme, Anasarka, Ergussflüssigkeit in Körperhöhlen – wie Pleuraergüsse und Aszites – sind beim palliativen Patienten häufig und stellen zum Teil große therapeutische Herausforderungen dar. Ödeme haben unterschiedliche Ursachen. Mechanische Ursachen (Kompression) beziehen sich auf die physische Organisation. Die Störung im Flüssigkeitsorganismus weist auf eine unzureichende Wirksamkeit der Lebensorganisation: Die Flüssigkeit ist im „dritten Raum“ abgelagert und nicht mehr in die Lebensprozesse des Patienten integriert. Sie verteilt sich nun der Schwere folgend in den unterschiedlichen Bereichen des Organismus. Die Empfindungs- und Bewusstseinsorganisation (astralische Organisation) ist ebenfalls an der Ödembildung beteiligt und zieht sich aus ihrer Verbindung mit dem Organismus zurück. So akkumuliert der schlafende Mensch Flüssigkeit und entwickelt physiologischer Weise „Gesichtsödeme“, die mit dem Erwachen wieder schwinden. Entsprechend führt die Hypothyreose nicht nur zu Bewusstseinsveränderungen, sondern auch zur Flüssigkeitsakkumulation bis zum Myxödem. Schließlich ist die Ödementwicklung von der Ich-Organisation moduliert: Das nicht mehr intentional ergriffene paretische Bein des Schlaganfallpatienten neigt zur Ödementwicklung. Diese Wesensglieder verlassen ihre dynamische Aktivität im Stoffwechsel-Gliedmaßensystem. Oftmals folgen Stauungsprozesse: Fibrose und weitere Sklerosierungsprozesse können entstehen. Das geistige Wesen und die Empfindungsorganisation des Patienten sind nicht mehr mit der ödematisierten Körperregion verbunden: Der Patient fühlt die gestauten, oftmals kühleren Gliedmaßen als schwer und nicht mehr zu sich gehörig.

Die Therapie der Ödeme braucht entsprechend einen multimodalen Ansatz, der sich neben der diuretischen Therapie auf die Unterstützung der Lebensorganisation, die Anregung der Empfindungsorganisation und auf die Verstärkung der Ich-Wirksamkeit bezieht.

Neues aus der Forschung

Dr. med. Ricardo Bartelme, Facharzt für Familienmedizin und ehemaliger Mitarbeiter der University of Michigan Medical School (USA), hat eine objektive und umfassende Analyse zur Anthroposophischen Medizin vorgelegt. Darin bescheinigt er ihr, ein provokatives, anregendes und potentiell fruchtbares integratives System für die Behandlung des ganzen Menschen zu sein. Anthroposophische Medizin hat einen legitimen wissenschaftlichen Status sowie eine dokumentierte Sicherheit und Wirksamkeit in einigen Bereichen ihres multimodalen Ansatzes. Kritik und Kontroversen an der Anthroposophischen Medizin resultieren oft aus mangelnder Vertrautheit mit ihren Methoden und ihrem Ansatz und/oder aus historisch fixierten Vorstellungen darüber, was legitime Wissenschaft ist. Lesen Sie seinen Beitrag kostenlos unter: 
https://doi.org/10.1177/2164956120973634 


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