Ödeme in der Palliativmedizin

Ödeme, Anasarka, Ergussflüssigkeit in Körperhöhlen – wie Pleuraergüsse und Aszites – sind beim palliativen Patienten häufig und stellen zum Teil große therapeutische Herausforderungen dar. Ödeme haben unterschiedliche Ursachen. Mechanische Ursachen (Kompression) beziehen sich auf die physische Organisation. Die Störung im Flüssigkeitsorganismus weist auf eine unzureichende Wirksamkeit der Lebensorganisation: Die Flüssigkeit ist im „dritten Raum“ abgelagert und nicht mehr in die Lebensprozesse des Patienten integriert. Sie verteilt sich nun der Schwere folgend in den unterschiedlichen Bereichen des Organismus. Die Empfindungs- und Bewusstseinsorganisation (astralische Organisation) ist ebenfalls an der Ödembildung beteiligt und zieht sich aus ihrer Verbindung mit dem Organismus zurück. So akkumuliert der schlafende Mensch Flüssigkeit und entwickelt physiologischer Weise „Gesichtsödeme“, die mit dem Erwachen wieder schwinden. Entsprechend führt die Hypothyreose nicht nur zu Bewusstseinsveränderungen, sondern auch zur Flüssigkeitsakkumulation bis zum Myxödem. Schließlich ist die Ödementwicklung von der Ich-Organisation moduliert: Das nicht mehr intentional ergriffene paretische Bein des Schlaganfallpatienten neigt zur Ödementwicklung. Diese Wesensglieder verlassen ihre dynamische Aktivität im Stoffwechsel-Gliedmaßensystem. Oftmals folgen Stauungsprozesse: Fibrose und weitere Sklerosierungsprozesse können entstehen. Das geistige Wesen und die Empfindungsorganisation des Patienten sind nicht mehr mit der ödematisierten Körperregion verbunden: Der Patient fühlt die gestauten, oftmals kühleren Gliedmaßen als schwer und nicht mehr zu sich gehörig.

Die Therapie der Ödeme braucht entsprechend einen multimodalen Ansatz, der sich neben der diuretischen Therapie auf die Unterstützung der Lebensorganisation, die Anregung der Empfindungsorganisation und auf die Verstärkung der Ich-Wirksamkeit bezieht.

Neues aus der Forschung

Studie bestätigt Zusammenhang zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum und Autismus bei Jungen im Kleinkindalter
In einer Kohortenstudie in Japan wurden die Daten von 84.030 Mutter-Kind-Paaren hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum der Kinder im Alter von einem Jahr und der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASD) durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren untersucht. Die Datenerhebung verlief über eine Befragung der täglichen Bildschirmnutzungsdauer der Kinder im Alter von einem und drei Jahren sowie einer Befragung nach der Diagnose ASD durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren. Die Studie belegt: Ausgedehnter elektronischer Bildschirmmedienkonsum im Alter von einem Jahr verdreifacht bei Jungen die Diagnose eines Autismus im Alter von drei Jahren. Dieser Effekt ist dosisabhängig (https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2021.5778). Daher "Bildschirmfrei bis drei!": 
https://bildschirmfrei-bis-3.de/


Weiterführende Informationen zur Anthroposophischen Medizin