Heileurythmie bei Singultus

Beim Singultus gilt es, der Ich-Organisation und dem Empfindungsleib (Astralleib) wieder den „Boden unter den Füßen“ zu erschließen und Zeit- und Raumerleben des in der zusammenziehenden Geste der unwillkürlichen Zwerchfellkontraktionen gefangenen Patienten wieder zu weiten.

Therapeutische Empfehlungen

  • „Boden-O“-Übung
    Es ist eine Übung, die von zwei Menschen gemeinsam ausgeführt wird und dadurch die Befangenheit des Bewusstseins durch die eigene Leiblichkeit überwindet. Die Originalanleitung ist in dem Buch „Heileurythmie“ von Rudolf Steiner nachzulesen (1, S. 72). Hinzu kommt das Element von Beschleunigung und Entschleunigung.

  • Bei bettlägerigen Patienten: I und S
    Sollte die Boden-O-Übung nicht möglich sein, weil der Patient bettlägerig ist, sind Laute wie I und ein ,gebieterisches‘ S in der Peripherie, evtl. auch nur mit einzelnen Fingern oder Zehen, sehr hilfreich.

  • M und L
    Weiterhin kann M mit den Füßen in der Gegenbewegung, mit einem ein leisen L aus der Peripherie, zusammengebracht werden.

  • Bei Erschöpfung durch Singultus: L – M – S – U
    Wenn der Singultus schon zur Erschöpfung geführt hat, können die Füße mit L – M – S – U passiv bewegt werden. Wenn der Patient nur sitzen kann, kann man auch das S mit den Füßen auf den Boden zeichnen lassen.

  • Auch mit der Übung „Sympathie – Antipathie“
    kann es der Ich-Organisation gelingen, den Astralleib wieder zu beherrschen und die Beweglichkeit des Brustkorbes sowie des Zwerchfells aus der Verkrampfung zu lösen.

1 Steiner R. Heileurythmie. GA 315. Lecture of April 16, 1921. 5th ed. Dornach: Rudolf Steiner Verlag; 2003. English translation: Steiner R. Eurythmy therapy. London: Rudolf Steiner Press; 2009.


Neues aus der Forschung

Elterliches Vertrauen beim Fiebermanagement - Ergebnisse eines App-basierten Registers 
Das Vertrauen der Eltern in das Fieber ihrer Kinder ist ein Schlüsselfaktor beim Fiebermanagement und es gibt immer noch unnötige Ängste und einen damit verbundenen unnötigen Einsatz von fiebersenkenden Mitteln. Die FieberApp-Anwendung sammelt Echtzeitdaten über fiebrige Infektionen und klärt Eltern über das Fiebermanagement auf. Zunächst wurden die Daten von 3721 Kindern (Durchschnittsalter 21 Monate) ausgewertet. Antipyretika wurden anfänglich bei 14,7 % der Kinder eingesetzt. Ihre Verwendung war vor allem mit fieberhaften Temperaturen, aber auch mit geringem Wohlbefinden der Kinder verbunden. Diese Assoziationen stehen teilweise im Einklang mit den jüngsten Leitlinien. Die Ergebnisse sind frei zugänglich veröffentlicht: 
https://doi.org/10.3390/ijerph192114502.

 

Weiterführende Informationen zur Anthroposophischen Medizin