Arzneitherapie bei abdominalen Schmerzen

  • Bei mechanischem Subileus (ohne chirurgische Interventionsmöglichkeit) mit Hyperperistaltik und Darmspasmen vor dem Passagehindernis, z. B. bei Peritonealkarzinose:
    Nux vomica/Nicotiana comp. Globuli velati WALA, 1 Amp. s. c.
    ggf. zusammen mit
    Oxalis Folium Rh D3 Amp. WELEDA
    Ratio Nicotiana comp.: Nicotiana, das sein giftiges Alkaloid im dominierenden Blattbereich verbirgt, hat einen Bezug zu den ätherischen Aufbaukräften und wirkt dabei ebenso wie Chamomilla recutita e radice D2 krampflösend und dadurch schmerzlindernd. Der aus seinem zu starken Eingreifen gelöste Astralleib kann durch das ebenfalls enthaltene Carbo betulae D19 sowie Renes bovis Gl D6 wieder in gesunde Verhältnisse gebracht werden.
    Ratio Oxalis Folium: Der Sauerklee ist in seinem Blattbereich, wo normalerweise vegetativer Aufbau herrscht, ungewöhnlich empfindlich für Berührung und Licht. Greift das Seelische zu stark verkrampfend ein, sei es durch physische Hindernisse oder seelisches Trauma, kann Oxalis dieses lösen und in gesunder Weise wieder in die unbewussten vegetativen Aufbauprozesse überführen.

  • Bei akutem, starken Dauerschmerz oder Kolikschmerz im Bereich der Hohlorgane, z. B. bei voroperiertem Bauch mit abdominellen Verwachsungen:
    Oxalis comp. Amp. WELEDA 1 – 2 Amp. s. c., ggf. mehrmals tgl.
    Ratio: Die krampflösende Wirkung von Oxalis wird hier u.a. durch Belladonna D3 und Chamomilla recutita Radix D3 unterstützt.

  • Bei akuten krampfartigen Oberbauchschmerzen:
    Nicotiana comp. Globuli velati WALA 1 Amp. s. c.
    ggf. in Kombination mit
    Belladonna Rh D6 Amp. WELEDA
    oder
    Ammi visnaga comp. Suppositorien WALA  1 – 3 x tgl.

  • Bei krampfartigen Kolikschmerzen im Bereich der Hohlorgane (z. B. Gallenblase, Darm, Harnleiter) mit Besserung durch Druck, Liegen, Zusammenkrümmen, Wärme, besonders bei Durchfallneigung:
    Colocynthis D4, D6 Amp. WALA 1 Amp. s. c.  

  • Bei Oberbauchkrämpfen, Blähungen, Aufstoßen, Oberbauchdruck:
    Chamomilla Cupro culta, Radix Rh D2 Amp. WELEDA 1 Amp. s. c. oder bei Bedarf 1 Amp. s. c.
    oder
    Chamomilla Cupro culta, Radix D2 Dilution WELEDA 1 Amp. s. c. bzw. 1 – 3 x tgl. 10 – 15 Tr. 

  • Bei Schmerzen mit Plexusinfiltration durch Oberbauchtumoren:
    Plexus coeliacus Gl D15 Amp. WALA 3 x wöch. bis 1 x tgl. 1 Amp. s. c. oder per os 

  • Bei Leberkapselspannungsschmerz:
    Bryonia/Stannum Amp. WALA 1 Amp. s. c. rechter Oberbauch 
    Ratio: Bryonia (Zaunrübe) hat sich bewährt bei allen entzündungsbedingten, bewegungs- und berührungsabhängigen Schmerzen der serösen Häute, z. B. Pleura, Perikard, Meningen, Synovia der Gelenke. In diesem Kontext ist der Spannungsschmerz der ebenfalls stark innervierten Leberkapsel im Rahmen einer Metastasenleber zu sehen. Stannum (Zinn) hat als Metall eine besondere Beziehung sowohl zum Flüssigen (flüssig zwischen 232 und 2602°C) als auch zum Kristallinen (Mikrokristalle im Metall) und kann das elastische Gleichgewicht zwischen Verflüssigung und Verfestigung im Organismus unterstützen.

Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland/GAÄD, Medizinische Sektion am Goetheanum (Hg.) Vademecum Anthroposophische Arzneimittel. 4. Aufl. München 2017. Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland/GAÄD, Medizinische Sektion am Goetheanum (Hg.). Vademecum Anthroposophische Arzneimittel. 4. Aufl. München 2017. www.vademecum.org



Neues aus der Forschung

Studie bestätigt Zusammenhang zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum und Autismus bei Jungen im Kleinkindalter
In einer Kohortenstudie in Japan wurden die Daten von 84.030 Mutter-Kind-Paaren hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum der Kinder im Alter von einem Jahr und der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASD) durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren untersucht. Die Datenerhebung verlief über eine Befragung der täglichen Bildschirmnutzungsdauer der Kinder im Alter von einem und drei Jahren sowie einer Befragung nach der Diagnose ASD durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren. Die Studie belegt: Ausgedehnter elektronischer Bildschirmmedienkonsum im Alter von einem Jahr verdreifacht bei Jungen die Diagnose eines Autismus im Alter von drei Jahren. Dieser Effekt ist dosisabhängig (https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2021.5778). Daher "Bildschirmfrei bis drei!": 
https://bildschirmfrei-bis-3.de/


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