Künstlerische Therapien

Therapeutisches Zeichnen und Plastizieren

Heike Stenz, Cristina Mösch, Juliane Staguhn, Georg Hegglin, Andrea Ritter

Das grundsätzliche Therapieziel ist hier Interesse und Freude zu wecken, um die Empfindungsorganisation (Astralleib) aus ihrer zu starken Verkrampfung im Stoffwechselbereich zu lösen.  

Im Malen

  • Nass-in-Nass-Technik besonders geeignet

  • Farbspektrum von Magenta bis zu Orange („Curry essen“)

  • „Bitterstoffe“ malerisch gestalten durch Dissonanzen, leichte Irritationen, unangenehme Farbmischungen (z. B. reine/unreine Farben)

  • Auseinandersetzung mit der Farbe Gelb als Lichtfarbe
    Große Flächen stehend mit breitem Pinsel kommentarlos bearbeiten oder ganze Handfläche als Werkzeug benutzen, sodass die Seele begeistert in den Stoff eintauchen kann.

    Das hinausstrahlende Gelb aus der Weite nach unten führen und dort rhythmisch so bewegen, dass sie das Gelb auslotet in seiner Tendenz zu Weiß, zu Ocker, zu Gold und zu Grün.

Im Plastizieren  

  • Rhythmische Bewegungen im weichen Ton,
    um den Astralleib tiefer mit der Physis zu verbinden und dort Prozesse anzuregen.

  • Plastizieren von Gefäßen mit Gestaltung eines Hohlraums (und gleichmäßiger Gestaltung der Gefäßwand),
    um rhythmische stoffliche Auf- und Abbauprozesse seelisch zu üben.

Musiktherapie

Viola Heckel

  • Tenor-Chrottaspiel (leere Saiten)
    Bei Obstipation kann mit dem Tenor-Chrottaspiel eine Entkrampfung der in den Ausscheidungsprozess hinein wirkenden Empfindungsorganisation (Astralleib) erreicht werden. Dieses im „Atemintervall“ der Quint gestimmte Streichinstrument entfaltet seine harmonisierende Wirkung über die rhythmische Spielgebärde und regt durch die tiefe Tonlage eine Durchwärmung in Bauchraum und Beinen an. 

  • Vibrationserlebnisse durch Tenor-Chrotta
    Es besteht die Möglichkeit, durch Vibrationserlebnisse von außen Wärmebildung und Entkrampfung anzuregen. Dazu werden die Fußsohlen an die Tenor-Chrotta angelegt, während der Therapeut die Saiten streicht.

  • Klangliege
    In ähnlicher Weise kann eine Klangliege zum Einsatz kommen. Hier werden die Vibrationen am Rücken wahrgenommen, während der Therapeut auf den Saiten fließende Klänge spielt.

  • Gesangsübungen
    Gleichermaßen bewährt haben sich für diese Indikation atemvertiefende Gesangsübungen. Der Klang der Singstimme schwingt durch die ganze Gestalt und bringt gestaute Energien wieder in Fluss.

Therapeutische Sprachgestaltung

Barbara Ziegler Denjean

Die Aktivitäten des Kehlkopfes und die an der Sprache orientierten Atemprozesse können als eine „Erhöhung” und Verwandlung der Stoffwechselprozesse gesehen werden. Was unten verdaut wird, wird auf einer höheren Stufe veratmet, und das, was uns innerlich bewegt, wird oft sprechend verarbeitet und „ausgeschieden“.

  • Generell hilft der Luftlaut R bei gespanntem, geblähtem Bauch, verbunden mit Darmträgheit.
    Die Wirkung wird unterstützt, indem der Sprechende mit einer R-Übung den hinteren, unteren Raum ergreifen lernt:

    Rate mir mehrere Rätsel nur richtig (1, S. 15)

    Die Übung kann abwechselnd mit leichten Schritten rückwärts und vorwärts gelaufen werden, so dass sich der Sprechende wie in einem rollenden Rad bewegt.
    Im weiteren Verlauf werden die Übungen von oben nach unten mit den Händen begleitet, immer wendiger gesprochen, wobei die einzelnen R-Worte ausgetauscht werden können, so dass die Artikulationsvorgänge schneller ablaufen als sie reflektiert werden.

  • Anregend für die Peristaltik ist auch das NG.
    Es wirkt vom Stoffwechsel-Willensbereich der Sprechzonen durch „kauende“ Sprachbewegungen, bei denen die Zungenwurzel regelrecht durchgeknetet wird und mit lockerem Unterkiefer gesprochen, direkt auf die Darmtätigkeit. Gerade bei Karzinomen in diesem Bereich sollte dieser Laut mit langen, sich wiederholenden Schwingungen gesprochen werden:

    Ringen springen klingen singen schwingen

  • Der seit der Antike bekannte Antispast-Rhythmus (kurz lang lang kurz) kann ebenfalls die Heilung unterstützen.
    Er wird im jambischen ersten Teil von einer aufnehmenden, zusammenziehenden Geste begleitet, die dann im trochäischen zweiten Teil durch rhythmisches Schreiten wieder gelöst und geweitet wird. Durch die zentripetale Geste der Arme und das zentrifugale Schreiten der Füße werden Nahrungsaufnahme und -ausscheidung nachgestaltet:

    Der Tag endet, das Licht schwindet, die Nacht löset, was uns bindet.

    Redlich ratsam
    Rüstet rühmlich
    Riesig rächend
    Ruhig rollend
    Reuige Rosse (1, S. 15)

    Schlinge Schlange geschwinde
    Gewundene Fundewecken weg

    Gewundene Fundewecken
    Geschwinde schlinge Schlange weg (1, S. 22)

    Insgesamt sind Verbesserungen nach fünf bis sieben Wochen möglich. Manchmal spontane Wirkung.

1 Steiner R, Steiner-von Sivers M. Methodik und Wesen der Sprachgestaltung. GA 280. 4. Aufl. Dornach: Rudolf Steiner Verlag; 1983.