Arzneitherapie bei Obstipation

  • Bei Atonie mit zu geringer Propulsion:
    Bitterstoffe (z. B. Amara- oder Gentiana-Tropfen, siehe auch https://www.anthromedics.org/PRA-0703-DE)

  • Besonders bei gleichzeitig bestehendem Meteorismus:
    Absinthium/Caryophylli comp. Dil. WELEDA 3 x tgl. 12 Tr.
    Wermut aktiviert die Peristaltik im oberen Gastrointestinaltrakt, die ätherischen Öle der Nelkensamen wirken durchwärmend, Anis entkrampft und reguliert die Darmmotilität.

  • Bei Obstipation:
    Hepatodoron Tbl. WELEDA 3 x tgl. 2 – 4 Tbl. zu Beginn der Mahlzeit kauen
    Choleodoron Tr. WELEDA 3 x tgl. 10 – 20 Tr. nach der Mahlzeit
    Digestodoron WELEDA 3 x tgl. 2 Tbl. zu Beginn der Mahlzeit kauen oder 4 x tgl. 15 Tr.

  • Bei spastischer Obstipation und bei Chemotherapie assoziierter Obstipation (ausgelöst durch die Antiemese mit Serotoninantagonisten, kann sehr hartnäckig über mehrere Tage bis zu einer Woche anhalten):
    Carpellum Mali comp. Trit. WELEDA 3 – 6 x tgl. 1 Msp. nach dem Essen
    Beginn am Tag vor der Chemotherapie mit 1 kräftigen Messer- bis Teelöffelspitze 3 x tgl., ab dem Tag der Chemotherapie 3–6 x tägl. 1 kräftige Messer- bis Teelöffelspitze. Anfangs eher 6 x tägl., danach schrittweise Reduktion, z. B. 4 x tägl., dann 3 x tägl. Dosierung entsprechend der Stuhlgangfrequenz, wodurch die Patienten ihre eigene Dosierung finden.

 

Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland/GAÄD, Medizinische Sektion am Goetheanum (Hg.) Vademecum Anthroposophische Arzneimittel. 4. Aufl. München 2017. www.vademecum.org

Debus M. Medikamentöse Begleitbehandlung bei onkologischen Erkrankungen. Der Merkurstab 2009;62(4):320-325.



Neues aus der Forschung

Studie bestätigt Zusammenhang zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum und Autismus bei Jungen im Kleinkindalter
In einer Kohortenstudie in Japan wurden die Daten von 84.030 Mutter-Kind-Paaren hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum der Kinder im Alter von einem Jahr und der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASD) durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren untersucht. Die Datenerhebung verlief über eine Befragung der täglichen Bildschirmnutzungsdauer der Kinder im Alter von einem und drei Jahren sowie einer Befragung nach der Diagnose ASD durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren. Die Studie belegt: Ausgedehnter elektronischer Bildschirmmedienkonsum im Alter von einem Jahr verdreifacht bei Jungen die Diagnose eines Autismus im Alter von drei Jahren. Dieser Effekt ist dosisabhängig (https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2021.5778). Daher "Bildschirmfrei bis drei!": 
https://bildschirmfrei-bis-3.de/


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