Heileurythmie bei Ödemen

Der Ödementwicklung liegt eine Desintegration im leiblichen, lebendigen und seelischen Wesen des Patienten zugrunde. Die ödematisierten Gliedmaßen sind oftmals kühl und werden vom Patienten als „fremd“ und nicht mehr zu sich gehörig empfunden. Die Ödemflüssigkeit ist dem Wasserorganismus entfallen, folgt nicht mehr den Lebensprozessen im Gesamtorganismus, sondern der Schwere, die die ggf. lageabhängige Ödemverteilung bewirkt. Die Ödemtherapie bedarf daher neben der diuretischen Medikation auch der Reintegration der Wesensglieder, einer Belebung des Ätherischen durch Astralleib und Ich-Organisation.

Hier hat die Heileurythmie eine zentrale Aufgabe, über ihre Bewegungen den Leib zu beleben und die Wesensglieder integrierend tätig werden zu lassen (1). So berichten Patienten, dass sie nach der Heileurythmie ihre ödematösen Glieder als wieder zu sich gehörig erleben, als erwärmt und belebt. Bei den Bewegungen muss der Therapeut oft die Beine oder Arme des Patienten unterstützend mittragen, weil die Glieder für den Patienten zu schwer sind, um sie selbstständig zu bewegen.

Periphere Ödeme

Bei Ödemen an den Gliedmaßen (Arme/Beine) können diese Lautreihen Orientierung geben:

  • L – M – R – I  oder
  • L – M – R – AU – I

Durch das L wird die ätherische Organisation verstärkt. L und M wirken auf den Atmungsprozess im Flüssigkeitsorganismus: Mit der Ödementwicklung kommt es zu Stauungsprozessen, die in ein physiologisches Verhältnis von Filtration/Sekretion und Resorption, also in ein physiologisches Atmen gebracht werden müssen. Das R verstärkt die Empfindungsorganisation bei ihrem zu schwachen Eingreifen und kann sie auch aus der oftmals vom Patienten erlebten Schwere in eine dynamische Wirksamkeit im Organismus führen. Das I verbindet die Ich-Organisation mit dem Leib.

Gehen wir vom liegenden Patienten aus: Die Laute werden an der Peripherie in kleinen, aber gut die Peripherie einbindenden Bewegungen gestaltet:
L mit den Füßen (dabei die Zehen wie in Wasser ein- und wieder auftauchen lassen).
M mit den Füßen. Hier ist es hilfreich, wenn der Therapeut seine Handinnenflächen unter die Fußsohlen des Patienten legt um einen gewissen Gegendruck zu erzeugen. Erst wenn der Patient sich wirklich von innen her spürt, wird er in die belebende Qualität des Lautes finden. Das M wird anschließend als große Bewegung mit den ganzen Beinen in Gegenbewegung über die Matratze schiebend (wie durch warmen Sand) angeleitet.
Beim R wird der Therapeut oft mithelfen: Das Bein wird bei den kreisenden Bewegungen durch die Luft unterstützt, indem es gehalten wird. Abermals ist die Aktivität der Zehenspitzen und damit das Erspüren des Luftumraums, sehr wesentlich.
Die Konsonanten L – M – R regen den venösen und lymphatischen Rückstrom an, heben den Wasserorganismus aus der Schwere in die Leichte und damit wieder in den ätherischen Zusammenhang. Mit den Vokalen A – U und I werden die Ich- und die Empfindungsorganisation als gestaltende Kräfte in die aufbauenden Lebensprozesse hereingeholt: der Patient erlebt die Beseelung des „entfallenen“ Körperbereichs, spürt unmittelbar die positive Wirkung und berichtet, dass Beine oder auch Arme wieder zu sich gehörend erlebt werden, sich leichter als auch wärmer anfühlen. Eine verhärtende Stauung wird weicher.

Bei stark ödematösen Armen kann der Therapeut die Konsonanten um den betroffenen Arm herum gestalten. Der Patient macht es später so gut es geht selbst. Oder die Lautbewegungen werden zart mit den Fingern durch die Peripherie geführt. Die Vokale können auch innerlich erlebt, äußerlich nur angedeutet werden, wenn die Bewegungseinschränkung groß ist.

Anasarka

Bei Anasarka kann der Patient die Lautreihe selbst um die betroffenen Regionen gestalten. Auch hier ist die Qualität der Bewegung wesentlich.


Neues aus der Forschung

Studie bestätigt Zusammenhang zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum und Autismus bei Jungen im Kleinkindalter
In einer Kohortenstudie in Japan wurden die Daten von 84.030 Mutter-Kind-Paaren hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen hohem Bildschirmmedienkonsum der Kinder im Alter von einem Jahr und der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASD) durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren untersucht. Die Datenerhebung verlief über eine Befragung der täglichen Bildschirmnutzungsdauer der Kinder im Alter von einem und drei Jahren sowie einer Befragung nach der Diagnose ASD durch einen Arzt oder eine Ärztin im Alter von drei Jahren. Die Studie belegt: Ausgedehnter elektronischer Bildschirmmedienkonsum im Alter von einem Jahr verdreifacht bei Jungen die Diagnose eines Autismus im Alter von drei Jahren. Dieser Effekt ist dosisabhängig (https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2021.5778). Daher "Bildschirmfrei bis drei!": 
https://bildschirmfrei-bis-3.de/


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